Münchener Rück sieht steigenden Bedarf für Cyber-Versicherungen

19. Oktober 2015, 10:12
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Nicht nur Hacker-Angriffe sondern auch autonomes Fahren im Fokus

Baden-Baden – Die Münchener Rück sieht ein wachsendes Bewusstsein bei Unternehmen für die mit der weltweiten Digitalisierung verbundenen Gefahren. "Die Nachfrage nach Versicherungslösungen gegen Cyber-Risiken wird rapide zunehmen", sagte Vorstand Ludger Arnoldussen am Montag in Baden-Baden.

Dabei geht es nicht nur um Hacker-Angriffe gegen Softwarekonzerne und andere Unternehmen, sondern etwa auch um das autonome Fahren. Versicherer arbeiten aber noch an Modellen, wie sie das Risiko berechnen können. Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück (Munich Re) bedient sich dabei laut Arnoldussen auch branchenübergreifend fremder Hilfe, etwa von Start-up-Unternehmen und wissenschaftlichen Instituten.

Wachsender Markt

In den USA hat sich bereits ein Markt für Cyber-Polizzen entwickelt. Der Versicherungsmakler Aron Benfield beziffert das Prämienvolumen auf 2,75 Mrd. Dollar (2,4 Mrd. Euro). Bis 2020 könnten nach Branchenschätzungen mehr als 10 Mrd. Euro daraus werden, sagte Aon-Manager Moritz von Kerssenbrock. "In Deutschland ist das Prämienvolumen dagegen noch marginal", sagte er.

Bei Firmen in Europa stünde beim Abschluss von Cyber-Versicherungen die Angst vor Betriebsunterbrechungen im Vordergrund. 13 Industrie-Versicherer böten solche Polizzen derzeit in Deutschland an. Der Markt sei aber unübersichtlich, der Beratungsaufwand hoch. "Der Abschluss kann hier gut und gerne mehr als ein Jahr dauern", sagte von Kerssenbrock. (APA, 19.10.2015)

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