Vorwurf der Wahlfälschung nach Sieg des Präsidenten in Guinea

18. Oktober 2015, 17:47
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Conde gewann im ersten Durchgang – Trotzdem Ruhe in Conakry

Conakry – Der bisherige Amtsinhaber Alpha Conde hat die Präsidentenwahl im westafrikanischen Guinea schon im ersten Durchgang gewonnen. Das von der Wahlkommission bekanntgegebene Auszählungsergebnis verzeichnet für Conde 57,9 Prozent der Stimmen, unter den sieben Gegenkandidaten kam nur Ex-Ministerpräsident Cellou Dalein Diallo mit 31,4 Prozent auf einen hohen Wert.

Trotz Vorwürfen der Wahlfälschung blieb es in der Hauptstadt Conakry am Sonntag ruhig. Die Wahlkommission erklärte am Samstagabend, Conde habe "in der ersten Runde gewonnen". Das Verfassungsgericht muss das amtliche Endergebnis noch offiziell bestätigen. Die Wahlbeteiligung wurde mit gut 68 Prozent angegeben.

"Farce"

Diallo hatte die Wahl vom vergangenen Sonntag bereits als "Farce" bezeichnet und von "massiver Wahlfälschung" gesprochen. Seine Partei werde "alle rechtlichen Mittel ausschöpfen, darunter friedliche Demonstrationen, um gegen die Verweigerung von Demokratie und Recht zu protestieren". Auch die anderen unterlegenen Kandidaten sprachen von Wahlfälschung.

Es gab Aufrufe zu Demonstrationen, aber die Lage blieb insgesamt ruhig. Bei früheren Wahlen hatte es direkt nach der Bekanntgabe der Ergebnisse Gewaltausbrüche gegeben. Diesmal wurden im Vorlauf zu der Wahl bei verschiedenen Zwischenfällen zwölf Menschen getötet.

Es war erst die zweite demokratische Präsidentschaftswahl in Guinea seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1958. Bei der ersten freien Wahl im Jahr 2010 hatte sich Conde in einer Stichwahl gegen Diallo durchgesetzt. (APA, 18.10.2015)

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