Paywall: Blendle knackt 500.000-Nutzer-Marke

18. Oktober 2015, 17:05
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Laut eigenen Angaben wächst das Unternehmen in Deutschland mehr als viermal so schnell wie im Startland Holland

Das Blendle-Mantra, dass junge Leute bereit seien, für guten Journalismus zu zahlen, scheint zu stimmen. Der niederländische Artikel-Kiosk hat nach eigenen Angaben bereits mehr als eine halbe Million Nutzer weltweit. Das gab Blendle-Mitgründer Gründer Marten Blankesteijn bekannt.

Zufrieden zeigt sich Blankesteijn mit dem Start in Deutschland, der vor gut einem Monat mit über 70 namhaften Zeitungen und Zeitschriften erfolgte. In Deutschland wachse der Paywall-Anbieter viermal so schnell wie in Holland. Der "Meilenstein" von 50.000 verkauften Artikeln sei auch vier Mal so schnell erreicht worden.

Genaue Kundenzahlen zu Deutschland weist Blendle noch nicht aus. Stimmt die Zahl, die Blankesteijn kürzlich im STANDARD-Interview nannte, dass Blendle in den Niederlanden bei 450.000 Kunden hält, dann dürften es also rund 50.000 sein. Der Großteil der deutschen Nutzer, nämlich 51 Prozent, seien unter 35 Jahre alt. Für Deutschland hat Blendle eine Liste mit den meistverkauften Artikeln veröffentlicht. An der Spitze befindet sich ein "Cicero"-Artikel zur Zukunft des Nahen Ostens, gefolgt von einer Analyse zur Angst vor Flüchtlingen aus der "Zeit".

Bei Blendle können Artikel einzeln gekauft werden. Die Einnahmen werden nach dem Schlüssel 70 (Verlage) zu 30 aufgeteilt. Wie berichtet sondiert Blendle gerade den österreichischen Markt. Welche Medien aus Österreich auf den Zug aufspringen, ist noch nicht klar. An Paywall-Lösungen für einzelne Artikel arbeiten etwa "Kurier", "profil" und die Styria. Auch die Wiener Stadtzeitung "Falter" setzt neuerdings auf Entbündelung, indem aktuelle Artikel einzeln gekauft werden können. (omark, 18.10.2015)

  • Blendle-Mitgründer Gründer Marten Blankesteijn.
    foto: blendle / mark horn

    Blendle-Mitgründer Gründer Marten Blankesteijn.

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