Zehntausende Verschwundene in Kolumbien sollen gesucht werden

18. Oktober 2015, 16:48
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Fortschritt bei Friedensgesprächen mit der FARC – Rotes Kreuz soll in Konflikt Verschollene finden helfen

Bogota – Weiterer Fortschritt auf der Suche nach Frieden in Kolumbien: Die Regierung und die Guerillaorganisation FARC wollen Zehntausende, durch den über 50 Jahre währenden Konflikt als verschwunden geltende Menschen suchen lassen. Dabei soll das Rote Kreuz helfen. Ein entsprechendes Abkommen wurde am Samstag in Kubas Hauptstadt Havanna unterzeichnet.

Dabei geht es auch um eine würdige Bestattung von getöteten Menschen, deren Leichen bisher nicht gefunden wurden. Nach Unterzeichnung eines Friedensabkommens soll eine entsprechende Spezialeinheit gebildet werden, um das Schicksal der vielen Vermissten zu klären. Ein Friedensvertrag mit der ältesten Guerillagruppe Lateinamerikas soll bis Mitte März ausgehandelt sein.

Historischer Handschlag

Seit November 2012 verhandeln Regierung und die linksgerichteten Rebellen in Havanna. Am 23. September war es dort zu einem historischen Handschlag zwischen Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos und dem Anführer der FARC-Rebellen, Rodrigo Londoño, gekommen.

Sie vereinbarten unter anderem, dass es im Rahmen einer Sonderjustiz für geständige Militärs und Guerilleros maximal acht Jahre Gefängnis geben soll für schwere Verbrechen, die verübt worden sind. Zudem soll Ex-Guerilleros eine legale politische Betätigung ermöglicht werden.

Laut Experten verfügt die FARC noch über rund 8.000 Kämpfer, sie hat aber bereits angekündigt, die militärische Ausbildung einzustellen. Bis Mitte der 2000er-Jahre waren auch rechte Paramilitärs in den Konflikt verwickelt, um die Guerilla zu bekämpfen. Über 220.000 Menschen wurden bereits in dem seit 1964 andauernden Konflikt zwischen Militär, Paramilitärs und linken Guerillagruppen getötet. (APA, 18.10.2015)

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