Drogenboss "El Chapo" verwundet, aber entkommen

18. Oktober 2015, 13:44
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Joaquin "El Chapo" Guzman ist nach seinem Ausbruch aus dem Gefängnis weiter auf der Flucht

Mexiko-Stadt – Der flüchtige mexikanische Drogenboss Joaquin "El Chapo" Guzman ist bei einem Zugriffsversuch verwundet worden – aber erneut entwischt. Der Chef des Sinaloa-Kartells habe sich Verletzungen an einem Bein und im Gesicht zugezogen, teilte das mexikanische Sicherheitskabinett mit. Die Verletzungen seien aber nicht durch eine direkte Konfrontation entstanden, hieß es, ohne weitere Details zu nennen.

Laut Medienberichten wurde "El Chapo" verwundet, als Marineinfanteristen in Helikoptern ein Versteck in einer Ranch nahe Cosala im Grenzgebiet zwischen den Bundesstaaten Sinaloa und Durango im Nordwesten des Landes angriffen. Nach einem Bericht des US-Senders NBC schlugen Guzmans Leibwächter die Soldaten zunächst zurück. Als die Marineinfanteristen das Gebiet später zu Fuß inspizierten, entdeckten sie Kommunikationsgerät und Medikamente.

Flucht auf Quads

"El Chapo" und seine Leibwächter waren offenbar auf Quads geflohen. Mit Drohnen wird nun versucht, "El Chapo" ausfindig zu machen. Die Zeitung "El Universal" spekulierte, dass es für ihn schwierig sein dürfte, einen vertrauenswürdigen Arzt zu finden.

Die Geschichte der Flucht ist spektakulär – er scheint ein Netz an Helfern bis in höchste Sicherheitskreise hinein zu haben. Guzman war am 11. Juli durch einen professionell gegrabenen, 1,5 Kilometer langen Tunnel aus dem Hochsicherheitsgefängnis El Altiplano im Zentrum Mexikos geflüchtet. Schon 2001 türmte "El Chapo" aus einer Haftanstalt.

Vom Orangen- zum Drogenhänderl

Der 58-Jährige gilt als der mächtigste Drogenhändler der Welt und soll ein Milliardenvermögen besitzen. Der Sohn einer armen Familie verkaufte als Jugendlicher Orangen, bevor er sich in den 1980er-Jahren der Drogenbande um Miguel Angel Felix Gallardo anschloss. Nach der Festnahme des Chefs gründete Guzman das Sinaloa-Kartell. Die US-Antidrogenbehörde DEA stuft das Syndikat als multinationalen Großkonzern des organisierten Verbrechens ein.

Bereits am 30. Juli sollen Marineinfanteristen in der Stadt Los Mochis dem Drogenboss ganz dicht auf den Fersen gewesen sein. Aber auch damals entwischte er seinen Verfolgern. Aufgrund von abgehörten Telefongesprächen durch mexikanische und US-Geheimdienste vermutet die Marine den Chef des Sinaloa-Kartells schon länger in seiner Heimatregion. Nach einem Bericht von "El Universal" wurden bei der Suche in Anwesen von Angehörigen 33 Luxusautos, Pick-ups, Motorräder und Dokumente gefunden.

Angehörige setzen angeblich bis zu sechs Mobiltelefone für die Kommunikation untereinander ein. Mit Helikoptern, Fallschirmjägern und Straßensperren soll nun versucht werden, den Drogenboss in dem betreffenden Gebiet einzukreisen. (APA, 18.10.2015)

  • Mittlerweile werden "El Chapo"- Masken verkauft.
    foto: reuters/henry romero

    Mittlerweile werden "El Chapo"- Masken verkauft.

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