Warum wählen "die Arbeiterbezirke" die FPÖ?

Blog18. Oktober 2015, 17:00
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Man muss sich die Probleme, die die Wähler offenbar haben, schon im Detail ansehen

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  1. Werner Faymann, Parteivorsitzender der SPÖ, ist geschwächt, weil die SPÖ in Wien nicht dramatisch verloren hat. Klingt eigentlich unlogisch, ja, bescheuert. So bescheuert ist die aktuelle politische Situation aber offensichtlich.

  2. "Das Proletariat" hat die FPÖ gewählt, und das ist gewissermaßen eine Naturnotwendigkeit – so lauten die vorschnellen Analysen. Aber in den sogenannten Arbeiterbezirken haben zu einem erheblichen Teil auch die Wohlstands- und Mittelschichtslagen die FPÖ gewählt. Und eben auch die Unterprivilegierten. Andererseits haben in anderen "Arbeiterbezirken" wie Meidling, Ottakring und Fünfhaus die Sozialdemokraten und auch die Grünen in den vergangenen 15 Jahren Veränderungen eingeleitet, die heute die FPÖ in Schach halten. Und es waren diese Bezirke, die das "rote Wien" gerettet haben, während die Mitte-links-Parteien beispielsweise in Simmering praktisch untergingen. Man muss sich die Probleme, die die Wähler offenbar haben und durch ihr Wahlverhalten artikulieren, schon genau und im Detail ansehen. (Robert Misik, 18.10.2015)
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