Palästinenser griffen Israelis am Josefsgrab an

18. Oktober 2015, 09:27
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Armee brachte Juden an heiliger Stätte bei Nablus in Sicherheit

Nablus – Zwei Tage nach dem Brandanschlag auf das Josefsgrab im Westjordanland sind dort Israelis von Palästinensern attackiert worden. Wie die israelische Armee mitteilte, waren die Israelis in der Nacht auf Sonntag ohne eine Erlaubnis der Armee nach Nablus gekommen, um an der für Juden heiligen Stätte zu beten.

Sie wurden aber von Palästinensern angegriffen und mussten von israelischen Soldaten in Sicherheit gebracht werden, wie ein Militärsprecher sagte. Bei der Aktion, an der auch palästinensische Polizisten beteiligt gewesen seien, habe es keine weiteren Zwischenfälle gegeben.

Wie das Armeeradio berichtete, handelte es sich um eine Gruppe von rund 30 Israelis. Fünf von ihnen seien festgenommen worden, weil sie sich ohne Genehmigung in Nablus aufhielten.

Bedeutungsvoller Ort

Am Freitagmorgen hatten dutzende Palästinenser das Josefsgrab angegriffen und mit Brandsätzen Feuer gelegt. Durch den Brand entstand schwerer Schaden. Das Josefsgrab war in den vergangenen Jahren immer wieder Schauplatz von Auseinandersetzungen. Viele Juden verehren den Ort, weil dort der Stammvater Josef begraben sein soll. Er ist aber auch für Muslime von Bedeutung, die glauben, dass dort ein islamischer Geistlicher bestattet ist.

Die Spannungen zwischen Palästinensern und Israelis hatten zuletzt wieder deutlich zugenommen, insbesondere in den von Israel besetzten Gebieten Westjordanland und Ost-Jerusalem. Bei Angriffen von Palästinensern starben seit Monatsbeginn sieben Israelis. Auf palästinensischer Seite gab es mehr als 40 Tote, darunter mehrere mutmaßliche Angreifer und steinewerfende Demonstranten.

Papst rief zu Ende der Gewalt auf

Der Papst hat sich wegen der Gewalt im Heiligen Land sehr besorgt gezeigt. "In diesem Moment braucht man viel Mut und Seelenstärke, um Hass und Rache 'Nein' zu sagen und Gesten des Friedens zu unternehmen", sagte der Heilige Vater beim Angelusgebet am Sonntag.

Der Papst rief Regierungschefs und Bürger auf, Mut aufzubringen, um konkrete Schritte der Entspannung zu unternehmen und sich gegen Gewalt zu stemmen. "Im heutigen Nahost-Kontext ist es mehr denn je notwendig, dass es im Heiligen Land zum Frieden kommt. Das verlangen Gott und der Wohl der Menschheit", sagte der Papst am Ende der Messe, bei der er vier neue Heilige zur Ehre der Altäre erhob. An der Messe nahmen mehrere zehntausend Gläubige teil. (APA, 18.10.2015)

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