Syrische Armee macht Geländegewinne gegen Rebellen

17. Oktober 2015, 17:42
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Medwedew: Volk soll entscheiden, wer Syrien regiert

Damaskus – Die syrische Armee hat nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte bei ihrer Offensive nahe der Stadt Aleppo am Samstag weitere Geländegewinne gemacht. Der Angriff auf Rebellen und Islamisten in dem Gebiet hatte am Vortag begonnen.

Es ist eine von mehreren Angriffswellen, die die syrische Armee gestartet hat, seit sie von der russischen Luftwaffe unterstützt wird. Bei Aleppo konzentrierten sich die Armee und ihre Verbündeten auf das Umfeld der ehemaligen Wirtschaftsmetropole. Kämpfe in der zwischen Regierungstruppen und Rebellen geteilten Stadt würden derzeit noch vermieden, erklärte die Beobachtungsstelle.

Drei Dörfer südlich der Stadt wurden nach diesen Angaben von der Armee zurückerobert. Im Osten versuche sie, die Belagerung des Luftwaffenstützpunktes Kweires durch den IS und Rebellen zu durchbrechen. Weitere Kämpfe gibt es um die nördlichen Provinzen Hama, Idlib und Latakia als auch um die von Rebellen kontrollierten Gebiete bei Homs und Damaskus sowie um die südliche Provinz Deraa an der Grenze zu Jordanien.

Dutzende Angriffe

Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte am Samstag, russische Kampfjets hätten in den vorangegangenen 24 Stunden 40 Angriffe in Syrien geflogen. Dabei seien 49 IS-Ziele getroffen worden, sagte Generalmajor Igor Konaschenkow. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) habe wegen der Bombardements ihre Taktik geändert und "dezentralisiere" nun Munitionslager und Kommandostellen. Die Kampfjets hätten trotzdem zahlreiche Stellungen entdeckt und vernichtet, meinte Konaschenkow.

Medwedew: Ziel ist Niederschlagung von IS

Nach den Worten von Ministerpräsident Dmitri Medwedew geht es Russland bei dem Militäreinsatz nicht darum, Syriens Präsident Bashar al-Assad im Amt zu halten. Ziel sei die Niederschlagung der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS). "Erstens verteidigen wir unsere nationalen Interessen, und zweitens haben wir die Zustimmung der örtlichen Führung", sagte Medwedew in einem Interview des russischen Staatsfernsehens.

Vorwürfe etwa der USA, wonach Moskau mit seinem Militäreinsatz vor allem Machthaber Bashar al-Assad im Amt halten wolle, wies Medwedew zurück. "Er ist der legitime Präsident, aber wir kämpfen dort nicht für einen bestimmten Politiker. Wer Syrien führt, soll das Volk entscheiden", sagte er in dem am Samstag ausgestrahlten Gespräch. Syrien sollte aber nicht vom IS regiert werden. (APA/Reuters, 17.10.2015)

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