Niersbach dementiert WM-Korruptionsvorwürfe

17. Oktober 2015, 17:34
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DFB-Boss schließt Korruption bei Vergabe der WM 2006 aus, es habe definitiv keine Schwarzen Kassen gegeben

Zürich/Berlin – Die Macher des Endrunde 2006 wehren sich energisch gegen die Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft vor neun Jahren in Deutschland. "Das kann ich absolut und kategorisch ausschließen", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach.

Weiters meinte der 64-Jährige: "Ich kann versichern, dass es im Zusammenhang mit der Bewerbung und Vergabe der WM 2006 definitiv keine Schwarzen Kassen beim DFB, dem Bewerbungskomitee noch dem späteren Organisationskomitee gegeben hat", betonte Niersbach und wies die in einem Artikel des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" erhobenen Vorwürfe am Samstag zurück.

Kein Stimmenkauf, keine Bestechung

Es habe auch keinen Stimmenkauf gegeben, beteuerte Niersbach – damals einer der Stellvertreter von OK-Chef Franz Beckenbauer – in einem Interview auf der Verbandsseite. "Ganz sicher nicht. Das kann ich allen Fußball-Fans versichern", sagte der DFB-Chef und ergänzte: "Nochmal: Die WM war nicht gekauft."

Auch Fedor Radmann als früherer Vizepräsident des Organisationskomitees wies den Vorwurf des Stimmenkaufs mit Nachdruck zurück. "Das Bewerbungskomitee hat niemals irgendjemanden bestochen. Ich bin bereit, dies sogar zu beeiden. Wir haben keine Stimmen gekauft", sagte Radmann am Samstag dem TV-Sender Sky Sport News HD.

Der DFB kündigte eine zügige Aufarbeitung der brisanten Angelegenheit an. "In einer Telefonkonferenz hat unser gesamtes DFB-Präsidium am Freitag zum Ausdruck gebracht, dass wir alle offenen Fragen schnell beantworten müssen und uns gemeinsam für eine lückenlose Aufklärung einsetzen", erklärte Niersbach.

Die Ungereimtheiten rund um eine Zahlung in Höhe von 6,7 Millionen Euro an den Fußball-Weltverband (FIFA) aus dem Jahr 2005 würden derzeit bereits intern vom Kontrollausschuss sowie extern von der internationalen Wirtschaftskanzlei Freshfields-Bruckhaus-Deringer untersucht. "Das Ergebnis der laufenden Prüfungen ist offen, aber ich kann aufgrund der zeitlichen Abläufe dieses Zahlungs-Vorgangs schon jetzt definitiv ausschließen, dass die Zahlung in Zusammenhang mit der WM-Vergabe im Jahr 2000 steht", versicherte Niersbach.

Ungereimtheiten

Das Magazin "Der Spiegel" hatte am Freitag über eine angebliche Schwarze Kasse berichtet. Daraus könnte dem Bericht zufolge der Kauf der Stimmen von vier asiatischen Mitgliedern der FIFA-Exekutive bezahlt worden sein. Der DFB hatte dies als haltlos bezeichnet, die Ungereimtheiten rund um die Tranche an die FIFA jedoch eingeräumt. (APA/dpa, 16.10.2015)

  • DFB-Chef Wolfgang Niersbach: "Ich kann versichern, dass es im Zusammenhang mit der Bewerbung und Vergabe der WM 2006 definitiv keine Schwarzen Kassen beim DFB, dem Bewerbungskomitee noch dem späteren Organisationskomitee gegeben hat".
    foto: epa/wolfgang kumm

    DFB-Chef Wolfgang Niersbach: "Ich kann versichern, dass es im Zusammenhang mit der Bewerbung und Vergabe der WM 2006 definitiv keine Schwarzen Kassen beim DFB, dem Bewerbungskomitee noch dem späteren Organisationskomitee gegeben hat".

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