Rössler als Grünen-Chefin bestätigt

17. Oktober 2015, 16:58
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100 Prozent der Delegiertenstimmen – Sparbudgets als "unglaubliche Cance" für Wertediskussion

Goldegg – Bei der Landesversammlung der Salzburger Grünen ist am Samstagnachmittag in Goldegg Landessprecherin und Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler erwartungsgemäß wiedergewählt worden, und das mit 100 Prozent der Stimmen. In ihrer Ansprache bezeichnete die Politikerin die Sparbudgets als "unglaubliche Chance" für eine notwendige Wertediskussion.

Anstatt das Sparen lediglich als "Beschränkung und Verlust" zu sehen, könne man den Umgang mit knappen Mitteln auch als Chance werten, "eine Wertediskussion zu führen, wie sie sonst gar nicht möglich wäre". Die Landesregierung habe eine solche bei den jüngsten Budgetverhandlungen geführt. Anstatt den eigenen Topf "zu verteidigen und zu krallen", habe man sich auf gemeinsame Prioritäten eingelassen, etwa in den Ressorts Soziales, Integration, Kinderbetreuung und bei der Förderung der freien Kulturstätten. "Sparen kann als Begrenzung eine unglaubliche Chance für eine Mittelverteilung sein, die Wertehaltungen folgt."

Rössler für "Politik der dünnen Haut"

Rössler ging dann auch auf die aktuelle Flüchtlingssituation ein: "Es ist bei weitem nicht nur eine rechtliche Verpflichtung nach der Genfer Flüchtlingskonvention. Menschen in Not zu helfen, ist zuallererst eine humanitäre Verpflichtung." Ungeachtet dessen sei die Gestaltung eines guten Zusammenlebens ein Geben und ein Nehmen. Blauäugigkeit sei nicht angebracht, es sei wichtig, auf die Sorgen und Ängste der Menschen einzugehen. Für die Landespolitik bedeute das, von Sprachkursen bis Wohnraum alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, die zur Integration der Flüchtlinge notwendig sind. Am wichtigsten sei aber, "dass wir diese Hilfe mit einer inneren Haltung von Wertschätzung und Mitgefühl leisten".

Für die kommenden Tage kündigte die Landessprecherin einen Masterplan für Klimaschutz an. Dieser werde konkrete Maßnahmen in den Bereichen Energieeinsparung und Umstieg auf erneuerbare Energien haben, "es ist ein ambitioniertes ressortübergreifendes Projekt zur Umsetzung der Klimaziele".

Schließlich bekannte sich Rössler zu einer "Politik der dünnen Haut". Die Art und Weise, wie Politik gemacht werde, wie Politiker auf Menschen zugehen, mache die Qualität von Politik aus. "Ich möchte, dass wir verletzlich bleiben, weil nur das gewährleistet die Sensibilität, die wir im Umgang miteinander brauchen." (APA, 17.10.2015)

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