Kärntner Landesholding beendete Reorganisationsverfahren

17. Oktober 2015, 16:23
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Konzept soll aber weiterhin umgesetzt werden

Klagenfurt – Völlig überraschend hat die Kärntner Landesholding am Freitag das von ihr bei Gericht eingeleitete Reorganisationsverfahren beendet. Laut Medienberichten wurde der Antrag der Holding zurückgezogen, das Landesgericht Klagenfurt beschloss daraufhin das Ende des Verfahrens.

Aus dem Büro von Finanzlandesrätin Gaby Schaunig hieß es dazu gegenüber der "Kleinen Zeitung", die Berichte des Reorganisationsprüfers würden "die sachlich und rechtlich richtige Vorgangsweise der Kärntner Landesholding" bestätigen. Auf den geschaffenen Grundlagen könne aufgebaut werden, die Landesholding arbeite weiter an der Umsetzung des Konzepts.

Veränderte Rahmenbedingungen

Bei der Landesholding hieß es auf APA-Anfrage, dass man den Dialog mit den möglichen Haftungsgläubigern mit dem Reorganisationsverfahren in Gang gesetzt habe, dieser werde weitergeführt, nun eben unter veränderten Rahmenbedingungen. Ein wichtiger Punkt des gerichtlichen Verfahrens sei jedenfalls gewesen, dass eindeutig festgestellt worden sei, dass die Landesholding nicht insolvenzgefährdet sei. Diese Behauptung war in den vergangenen Wochen verschiedentlich kolportiert worden.

Ziel der Holding ist es ja, gemeinsam mit dem Land Kärnten den Heta-Gläubigern ein Angebot über einen Rückkauf der Haftungen zu unterbreiten. Im Text des Restrukturierungsplanes hieß es dazu, Land und Landesholding seien für den Fall einer einvernehmlichen Lösung bereit, im Rahmen des wirtschaftlich Möglichen einen Beitrag zur Gesamtlösung zu leisten. Der Bund habe grundsätzlich zugesagt, dem Land bzw. einer von diesem gegründeten Zweckgesellschaft eine Finanzierung "maximal bis zur Höhe des zu erwartenden Recovery aus der Abwicklung der HETA zur Verfügung zu stellen".

Wie hoch der Prozentsatz sein wird, den Land und Holding den Gläubigern anbieten werden können, ist derzeit nicht bekannt. Keiner der Beteiligten will sich auf eine Zahl festlegen, wie viel die Abwicklung der Heta-Assets tatsächlich bringen wird, ist nämlich ebenfalls unklar.

Ein Reorganisationsverfahren gibt Unternehmen, die in Schieflage geraten sind, die Möglichkeit, sich zu reorganisieren, ohne ein Insolvenzverfahren in Anspruch nehmen zu müssen. Dies kann durch Aufnahme von Verhandlungen mit Gläubigern oder frischem Geld passieren. Ein solches Verfahren dauert im Normalfall rund vier Monate, als erstes wird ein Reorganisationsprüfer bestellt, der feststellt, ob eine Insolvenz vorliegt. Ist das nicht der Fall, muss das Unternehmen dem Gericht einen Reorganisationsplan vorlegen. Ein Vorteil ist, dass das Unternehmen voll handlungsfähig bleibt, dazu kommt ein gewisser Anfechtungsschutz. Diese Art des Verfahrens gibt es seit 1997, es wurde bisher sehr selten in Anspruch genommen, das gesamte Verfahren ist nicht öffentlich. (APA, 17.10.2015)

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