Bayern: AfD marschierte an Grenze zu Salzburg auf

17. Oktober 2015, 15:10
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1000 bei Protestzug gegen deutsche Asylpolitik in Freilassing. 600 Gegendemonstranten aus Bayern und Salzburg.

Salzburg – Seit Wochen ist der Grenzübergang von der Stadt Salzburg ins bayerische Freilassing einer der Haupteinreisepunkte von Flüchtlingen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan nach Deutschland. Zehntausende von den Kriegen in ihren Heimatländern Vertriebene haben den Grenzposten Saalachbrücke inzwischen passiert. Samstagnachmittag wurde die Übernahme von rund 30 Personen pro Stunde kurzzeitig unterbrochen. Die rechtsgerichtete Partei Alternative für Deutschland (AfD) marschierte in Freilassing auf, um gegen die Asylpolitik der deutschen Bundesregierung zu protestieren.

Zu einer mehr als zwanzig Organisationen aus Bayern und Österreich veranstalteten Gegenkundgebung kamen laut Polizeiangaben etwa 600 Teilnehmer. Die Polizei trennte beide Gruppen mit einem für die bayerische Kleinstadt völlig ungewohnten Großaufgebot an Einsatzkräften. Beide Kundgebungen verliefen friedlich. Es kam zu keinen Zwischenfällen und zu keinen Verhaftungen.

Stramm organisiert

Die AfD präsentierte sich in Freilassing am Rathausplatz einmal mehr als stramm organisierte Rechtspartei. Auf hunderten vorbereiteten Tafeln war die Forderung nach sicheren Grenzen, nach Neuwahlen und gegen Kanzlerin Angela Merkel zu lesen. Die Sprechchöre orientierten sich an den Pegida-Aufmärschen in Dresden: "Wir sind das Volk!" und "Lügenpresse!".

Bunter Haufen

Anders das Bild hinter der Rupertuskirche in Freilassing, wo sich die rund 600 Gegendemonstranten einfanden. Regenbogenfahnen, Aufrufe zur Solidarität und Mitmenschlichkeit sowie Nazis-raus-Parolen schmückten die Transparente und Tafeln der Demo-Teilnehmer. Mehr als zwanzig Organisationen riefen zur Unterstützung der Gegendemonstration auf. Darunter zahlreiche kirchliche Organisationen, Gewerkschaften, aber auch Kulturstätten aus Salzburg. (Thomas Neuhold, Stefanie Ruep, 17.10.2015)

  • Die rechtsgerichtete AfD mobilisierte im bayerischen Grenzort rund 1000 Anhänger, um gegen die Flüchtlingspolitik der deutschen Bundesregierung zu protestieren.
    foto: thomas neuhold

    Die rechtsgerichtete AfD mobilisierte im bayerischen Grenzort rund 1000 Anhänger, um gegen die Flüchtlingspolitik der deutschen Bundesregierung zu protestieren.

  • Bei den rund 600 Gegendemonstranten erntete die AfD Pfiffe und viel Spott.
    foto: thomas neuhold

    Bei den rund 600 Gegendemonstranten erntete die AfD Pfiffe und viel Spott.

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