Indien: Mob tötete vermeintlichen Rinderschmuggler

16. Oktober 2015, 19:32
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Muslime wollten Tiere zum Schlachter bringen

Neu-Delhi – Weil er heilige Kühe angeblich zum Schlachter bringen wollte, ist ein Muslim in einem indischen Dorf von einem Mob zu Tode geprügelt worden. Die Menge habe am Freitag fünf Männer im Bundesstaat Himachal Pradesh angegriffen, teilte die Polizei mit.

Der Grund: Die fünf Muslime wollten angeblich 15 Ochsen und Kühe in einem Lastwagen in den benachbarten Bundesstaat Uttar Pradesh schmuggeln. Die Verletzten seien ins Krankenhaus gebracht worden, wo einer der Männer gestorben sei, sagte die Polizeichefin des Bezirks Sirmaur.

Kühe gelten vor allem den Hindus als heilig. Das Schlachten der Tiere ist in mehreren indischen Bundesstaaten untersagt, unter anderem in Himachal Pradesh und Uttar Pradesh.

Die vier mutmaßlichen Schmuggler seien wegen Tierquälerei festgenommen worden, sagte die Polizeichefin. Die Angreifer seien aber bisher noch nicht identifiziert. Bereits vor einigen Wochen war ein 55-jähriger Muslim in Uttar Pradesh gelyncht worden, nachdem es Gerüchte gegeben hatte, wonach er Rindfleisch gegessen haben soll.

Hindus stellen die klare Mehrheit in Indien. Etwa 180 Millionen unter 1,25 Milliarden Indern sind Muslime. Damit sind sie aber die größte Minderheit im Land. (APA, 16.10.2015)

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