Kritik an Einschnitten bei Journalistenausbildung

16. Oktober 2015, 15:31
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Kuratorium für Journalistenausbildung beklagt Mittelkürzung um 40 Prozent

Wien – Andreas Koller, Vorstandsmitglied des Kuratorium für Journalistenausbildung (KfJ) und Präsident des Presseclubs Concordia, übt heftige Kritik an Einschnitten bei der Journalistenausbildung. Dem KfJ wurden im laufenden Jahr die Fördermittel um 40 Prozent gekürzt. Koller weist in einem Kommentar für die Branchenzeitschrift "medianet" auf die Diskrepanz zwischen öffentlichen Inseratenausgaben und Presseförderung hin: "In den 70 Tagen vor der Wien-Wahl gaben Parteien, öffentliche Hand und staatsnahe Betriebe Inserate mit einem Bruttowerbewert von 17,1 Mio. € in Auftrag. Für journalistische Aus-und Weiterbildung stellt die Bundesregierung jährlich 608.400 Euro zur Verfügung. Man kann unschwer erkennen: Die kurzfristig wirkende Gefügigmachung der kleinformatigen Wiener Medienlandschaft ist den Regierenden deutlich mehr wert als eine langfristig wirkende Investition in guten Journalismus. Wer vor wichtigen Wahlen in fetten Schlagzeilen ein nicht vorhandenes 'Duell' zum Nutzen der Regierenden herbeischreibt, wird in Geld gebadet. Wer sich um die Ausbildung von fähigen Journalisten verdient macht, muss mit Brosamen vorliebnehmen."

Der "brutale Einschnitt" beim Kuratorium gefährde jedenfalls die Existenz einer wichtigen journalistischen Bildungsstätte. "Die Qualität des künftigen Journalismus sollte der öffentlichen Hand so viel wert sein wie ein paar Jubelinserate in 'Krone', 'Heute' und 'Österreich'", so Koller. (APA, 16.10.2015)

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