Laborfleisch: Brauchen wir eine alternative Fleischerzeugung?

Diskussion26. Oktober 2015, 08:00
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Fleisch ist aus dem Speiseplan vieler nicht wegzudenken. Ein hoher Konsum beeinflusst aber auch die Umwelt. Kann gezüchtetes Fleisch eine Alternative sein?

Ein blutiges Steak, ein saftiger Burger oder ein knackiges Würstel frisch vom Grill: Fleisch ist ein Massenprodukt in der industrialisierten Welt. Der Verbrauch hat sich in den letzten 50 Jahren fast vervierfacht, Supermärkte überschlagen sich mit Dumpingpreisen. Die massive Fleischproduktion bleibt auch für die Umwelt und das Klima nicht ohne Folgen. Alleine die Nutztierindustrie produziert 20 Prozent der Treibhausgase.

Fleisch aus der Petrischale

Forscher suchen nach neuen Lösungsansätzen. Einer davon könnte In-vitro-Fleisch, hergestellt im Labor, sein. Alles, was man dazu benötigt, sind die Stammzellen, die aus dem Tier extrahiert werden. Vorreiter war ein niederländisches Forscherteam, allen voran Mark Post. Vor zwei Jahren präsentierte er seinen ersten Labor-Burger. Die Kosten für das Experiment lagen mit 250.000 Euro im Bereich eines Einfamilienhauses. Seither wurde hart daran gearbeitet, das Kunstfleisch auf den Weg einer Massenproduktion zu bringen. Mit dem heutigen Stand der Technik könnten die Kosten für ein Kilogramm Laborfleisch schon auf 58 Euro gesenkt werden. Trotz aller Erfolge sehen die Forscher das In-vitro-Fleisch aber frühestens in ein paar Jahren in den Supermarktregalen.

Tierfreie Fleischversorgung

Könnten Sie sich vorstellen, Fleisch aus dem Labor zu kaufen? Wie viel Geld würden Sie dafür ausgeben? Sehen Sie darin eine nachhaltige Entwicklung? Achten Sie auf einen moderaten Fleischkonsum – und falls ja: Was sind Ihre Gründe? (ste, 26.10.2015)

  • Können Sie sich Fleisch aus der Petrischale auf Ihrem Grill vorstellen?
    foto: reuters/pool

    Können Sie sich Fleisch aus der Petrischale auf Ihrem Grill vorstellen?

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