Peugeot 308 GTi: Fährt ein wie Portwein

Ansichtssache16. Oktober 2015, 12:12
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Peugeot bringt noch im November den neuen 308 GTi. Er ist nicht nur ein knackiger Sportler mit 270 Vorderrad-PS und mechanischer Differenzialsperre. Er ist, dank des fein abgestimmten Fahrwerks, gerade im Alltag ein herrlicher Kompakter

foto: peugeot

Er tut einem ja fast leid, der 308er GTi, wie er so dasteht in der Boxengasse und nackert wie nur was darauf wartet, dass wir ihn über den Rundkurs in Braga prügeln. Kein fetter Spoiler, keine scharfe Schürze hat der GTi spendiert bekommen. Am Stand läuft er sich warm, der 1,6 Liter große Turbo-Benziner lispelt leise durch die großen Endrohre.

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Nein, nein, nein. Das kann nichts werden. Da muss mehr Dings her. Mehr Rotz und Protz und Prolo und Plärr. Das zierliche Bürscherl aus Frankreich kann einem hier nur leidtun. Zu aller Schmach hat ihm irgendein Lauser auch noch den Hintern geteert. Vielleicht um ihn hier am Ring nun federn zu können.

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Ja, ja, ja. Er ist halt nicht gemacht für den Rundstreckensport. Gestern noch, da hat er aber richtig Spaß gemacht, als wir durch die Weinberge im Nordosten von Porto GTit sind. Da hat er seine Stärken ausspielen können, dass uns fast schwindlig, jedenfalls aber schlecht geworden ist. Ein herrlich flauer Magen, wie nach einem mittelschweren Porto-Rausch.

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Und das schafft der Peugeot 308 GTi hauptsächlich mit dem Motor, dem 270 PS starken Turbovierzylinder, und der mechanischen Differenzialsperre an der Vorderachse. So bringt er diese Leistung auch erstaunlich gut, allein über die Frontradln, auf die Straße. Dank der Sperre kann man wieder unglaublich früh, schon am Apex, wieder ans Gas gehen. Der GTi schiebt dann nicht blöd über die Vorderachse, sondern zieht nach innen und fährt eine Linie, die sich gewaschen hat. Selbst das Fahrwerk passt perfekt, ist nicht zu hart, nicht zu weich.

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Aber auf der Rennstrecke wird das halt so nichts. Da wird dem Motörchen die Luft wegbleiben, das Fahrwerk zu weich sein und dann bei 170 km/h, beim Anbremsen der ersten Kurve, runterhakeln in die Dritte, anknabbern der Kurbs, ja halleluja ... Der 308 GTi spielt sich mit dem Rundkurs. Der ist so gutmütig und gleichzeitig dank der Differenzialsperre in der Kurve so präzise, dass die Bremspunkte schneller wandern als Jäger bei der Treibjagd.

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foto: peugeot

"Die haben das ernst gemeint, als die da Sport draufgeschrieben haben", wird ein Kollege später in der Boxengasse sagen. Seine Hände werden dabei leicht zittern, und er wird ein dreckiges Grinsen im Gesicht haben.

Man darf sich eben nicht vom kleinen Lenkrad und den aufgesetzten Armaturen verwirren lassen. Das ist schon ein echter GTi. (Guido Gluschitsch, 16.10.2015)

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Peugeot

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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