Video von Unfalltod unter Drogeneinfluss millionenfach angeklickt

15. Oktober 2015, 18:55
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Englische Polizei setzt nach Abspreche mit den Hinterbliebenen auf Abschreckung

Ein drastisches Video vom Unfalltod zweier junger Briten unter Drogeneinfluss hat sich im Internet wie ein Lauffeuer verbreitet. Bis zum Donnerstag klickten mehr als acht Millionen Nutzer das Video der Todesfahrt an, das von der britischen Polizei nach Rücksprache mit den Hinterbliebenen am Montag freigegeben wurde.

Aufprall wird nicht gezeigt

Auf dem gut zwei Minuten langen Video sind die letzten Momente des Lebens von Michael Owen und Kyle Careford festgehalten. Der 20-jährige Careford sitzt am Steuer, während sein 21-jähriger Freund Owen filmt. Die Bilder sind häufig verwackelt, ab und zu gibt es einen Schwenk zum Fahrer und auch auf das Armaturenbrett mit der Tempoanzeige.

Kurz vor dem Aufprall auf eine Mauer, der nicht gezeigt wird, sagt Owen, das Auto sei mit 145 Stundenkilometern unterwegs – dreimal so viel, wie dort zulässig. Beifahrer und Fahrer standen bei ihrer Todesfahrt unter Drogen. Owen hinterließ eine fünfjährige Tochter.

Abschreckendes Beispiel

"Wenn das auch nur einen davon abhält, den gleichen Fehler zu machen, dann hat das Zeigen des Videos etwas Gutes bewirkt", sagte Owens Mutter Kat. Sie wisse nicht, was die beiden jungen Männer zu ihrem Verhalten bewegt habe, doch verurteile sie "die Entscheidungen, die sie in dieser Nacht getroffen haben".

Der Unfall ereignete sich bereits im April, das Video wurde aber erst nach einer sorgfältigen Untersuchung freigegeben. Der YouTube-Auftritt der Polizei von Sussex bietet zahlreiche Videos zum Strafrecht, über Verbrechen und das Schicksal von Opfern. Üblicherweise werden die Videos nur ein paar Dutzend oder hundert mal angeklickt. (APA, 15.10.2015)

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