Lockerbie: Ermittler wollen Auslieferung zweier Libyer

15. Oktober 2015, 21:48
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Zwei Verdächtige identifiziert

London – Mehr als 25 Jahre nach dem Anschlag auf ein Passagierflugzeug über Lockerbie hat die schottische Justiz zwei neue Verdächtige ausgemacht. Die zwei Verdächtigen würden der Beteiligung an dem Anschlag auf den Flug PanAm 103 im Jahr 1988 verdächtigt, teilte die schottische Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

Schottische und US-Ermittler sind sich demnach einig, dass es eine "wirkliche Rechtsgrundlage" für Ermittlungen gibt.

An die Justizbehörden in Libyen wurde ein Rechtshilfeersuchen übermittelt, auch um die beiden darin namentlich genannten Verdächtigen in Tripolis verhören zu können. Wegen des Anschlags, bei dem 270 Menschen starben, wurde bisher nur ein Libyer verurteilt. Abdel Basset al-Megrahi, der im Jahr 2001 zu lebenslanger Haft verurteilt und im August 2009 in Schottland vorzeitig aus der Haft entlassen worden war, starb 2012 in seiner Heimat an Krebs. Er beteuerte stets seine Unschuld.

Das 2009 noch von Muammar al-Gaddafi beherrschte Libyen hatte 2003 offiziell seine Verantwortung für das Lockerbie-Attentat eingeräumt und 2,7 Milliarden Dollar (2,4 Milliarden Euro) Entschädigung an die Hinterbliebenen gezahlt. Bei der Explosion der Boeing 747 der US-Fluggesellschaft PanAm über der schottischen Ortschaft Lockerbie wurden vor allem US-Bürger getötet. Nach Gaddafis Sturz im Jahr 2011 waren britische und US-Ermittler nach Libyen gereist, um in dem Fall nach weiteren Verdächtigen zu suchen.(APA, 15.10.2015)

  • Bei dem Absturz kamen 270 Menschen ums Leben
    foto: ap/martin cleaver

    Bei dem Absturz kamen 270 Menschen ums Leben

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