VW-Abgasaffäre: Land der Autos, segensreich

Kommentar15. Oktober 2015, 17:23
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Hierzulande rüttelt niemand gerne an an wohlerworbenen Autofahrerrechten

Österreich ist nicht nur ein Land der Berge und der Dome, Österreich ist auch ein Land der Autofahrer. 547 Pkws je 1000 Einwohner bevölkern hierzulande die Straßen. Mehr, als die Schweiz mit 543 zu bieten hat. Und selbst Deutschland – nicht nur ein Land der Autofahrer, sondern auch der Autobauer – übertreffen wir damit, zumindest gemessen an Blech auf Beton.

So erklärt sich, dass niemand hierzulande gerne an wohlerworbenen Autofahrerrechten rüttelt und unpopuläre Maßnahmen ergreift. Schon gar nicht wider eine derart von Autofahrerlobbys und der Politik umschmeichelte mächtige Schar.

Deswegen ist in Österreich der Treibstoff günstiger als in den Nachbarländern. Deswegen ist der Diesel billiger als Benzin. Was zur Folge hat, dass mehr als die Hälfte der Autofahrer Diesel tankt, obwohl Gesundheits- und Umweltbedenken nicht von der Hand zu weisen sind.

Und deswegen wartet man in Österreich ab. Verkehrsminister Alois Stöger zögert eine Rückrufaktion der vom VW-Abgasskandal betroffenen Fahrzeuge so lange hinaus, bis nichts anderes mehr übrigbleibt, als dem deutschen Amtskollegen zu folgen. Wird zumindest jetzt endlich die Debatte in Sachen Steuervorteil angezettelt? Immerhin zieht Frankreich nun mit der Beschränkung der Steuervorteile die Bremse. Weit gefehlt. Zukunftsreich sieht anders aus – Heimat großer Töchter, Söhne und Autofahrer. (Regina Bruckner, 15.10.2015)

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