Drei Wiener Museen sollen Werke zurückgeben

15. Oktober 2015, 15:02
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Albertina, Volkskundemuseum und Sammlung Alter Musikinstrumente sollen Werke restituieren

Wien – In seiner jüngsten Sitzung hat der Kunstrückgabebeirat am Donnerstag empfohlen, dass die Albertina, das Österreichische Museum für Volkskunde und die Sammlung Alter Musikinstrumente jeweils Werke an Erben restituieren sollen. Ein Aquarell und eine Grafik von Egon Schiele sollen hingegen in der Albertina verbleiben.

Das Volkskundemuseum soll nach dem Entscheid zehn Objekte – darunter eine Zither, Majoliken und Bilder – zurückgeben, die aus der Sammlung des Wiener Rechtsanwalt Siegfried Fuchs stammen, der als Jude von den Nationalsozialisten verfolgt wurde und 1940 vor der Flucht seine Kollektion an verschiedene Institutionen verkaufen musste. Die Albertina soll eine Miniatur von Karl Agricola restituieren, die 1939 von Fritz Menzel an das Museum verkauft worden war, nachdem deren ursprünglicher Besitzer, sein Bruder Alfred, bereits im Jahr zuvor vor den Nazis nach Belgien flüchten musste. Und schließlich soll die Sammlung Alter Musikinstrumente des Kunsthistorischen Museums einen Hammerflügel an die Erben nach Maria Gerngross geben. Gerngross' Mutter Frida hatte das Instrument 1940 an die Sammlung verkauft, bevor sie und ihr Mann 1942 aus einer Sammelwohnung nach Izbica deportiert und 1947 für tot erklärt wurden.

Nicht restituiert werden sollen hingegen zwei Blätter von Egon Schiele aus der Albertina, die aus der Sammlung des im Konzentrationslager Dachau gestorbenen Kabarettisten Fritz Grünbaum stammen dürften. Die beiden Werke wurden nach dem Krieg von Mathilde Lukacs, der Schwägerin Grünbaums, an die Berner Galerie Klipstein & Kornfeld verkauft. Sie kamen 1988 durch Schenkung von Erich Lederers Witwe Elisabeth an die Albertina. "Auch wenn nahe liegt, dass die beiden Blätter aus der Sammlung von Fritz Grünbaum stammen, so sieht der Beirat nach den derzeit bekannten Quellen keine Grundlage, eine Entziehung anzunehmen", unterstreicht nun der Kunstrückgabebeirat. (APA, 15.10.2015)

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