Familiensynode: Scola gibt "Meinungsverschiedenheiten" zu

15. Oktober 2015, 13:52
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Es gebe allerdings "keine Parteien, die sich bekämpfen"

Rom/Vatikanstadt – Der Mailänder Erzbischof, Kardinal Angelo Scola, gibt "Meinungsverschiedenheiten" in der Familiensynode zu, diese seien jedoch nicht unüberwindbar. "Es gibt keine Parteien, die sich bekämpfen. Natürlich gibt es bei einigen heiklen Fragen Meinungsverschiedenheiten, doch diese haben wir noch nicht direkt in Angriff genommen", so Scola.

Das Klima in der Synode sei "sehr positiv". Die Arbeit im Rahmen der Arbeitsgruppen sei eine Gelegenheit, um Meinungen auszutauschen. Dies sei bereits die sechste Familiensynode, an der er teilnehme. "Ich kann sagen, dass Synoden stets eine große Gelegenheit des Zusammenhalts in der Kirche sind", erklärte Scola laut Radio Vatikan.

Keine Verschwörungen

Der Erzbischof bestritt "Verschwörungen" unter den Synodenvätern. "Ich sehe keine. Ich glaube, dass wir mit großem Vertrauen arbeiten müssen, um dem Heiligen Vater Instrumente zur Verfügung zu stellen, dank denen er seine Beschlüsse ergreifen kann. Es gibt kein Dualismus zwischen Theologie und pastoraler Tätigkeit", betonte Scola.

Der afrikanische Erzbischof Gabriel Charles Palmer-Buckle warnte indes vor der Gefahr einer "Verwässerung" der kirchlichen Lehre, wenn es um die wiederverheirateten Geschiedenen geht. "Es gibt in Europa nicht so viele wiederverheiratete Geschiedene, wie man es darstellen will. Ich glaube, dass die Kirche sich bemühen muss, diese Menschen aufzunehmen. Man kann aber nicht wegen ihnen die Kirchenlehre ändern. Dies würde bedeuten, alles zu verwässern", kommentierte der Erzbischof von Ghanas Hauptstadt Accra.

Zugleich trat er dem Vorwurf entgegen, die afrikanischen Bischöfe setzten sich nicht genügend gegen die Diskriminierung von Homosexuellen ein. Sie stimmten in dieser Frage voll mit Papst Franziskus überein, der gesagt habe, "wer bin ich, das ich über sie urteile". Die afrikanischen Bischöfe hätten in ihren Dokumenten die Achtung der Menschenrechte und der Würde Homosexueller gefordert und bekräftigt, dass auch "Menschen, die anders sind als wir, Töchter und Söhne Gottes sind, und wir sie aufzunehmen haben". (APA, 15.10.2015)

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