WHO: Epidemien treffen uns unvorbereitet

15. Oktober 2015, 12:41
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Nur ein Drittel der 194 WHO-Mitgliedsstaaten verfügt über ein Frühwarnsystem zur Erkennung gefährlicher Krankheiten, kritisiert die Weltgesundheitsorganisation

Freetown/Conakry/Monrovia – Die Welt ist nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf eine neue Epidemie – etwa wie Ebola – nicht vorbereitet. Nur etwa ein Drittel der 194 WHO-Mitgliedsstaaten verfügt über ein Frühwarnsystem zur Erkennung gefährlicher Krankheiten, sagte die WHO-Direktorin Margaret Chan der spanischen Zeitung "El Pais".

Dazu benötige man Laboratorien, die Infektionen mit seltenen Krankheiten rechtzeitig und zuverlässig diagnostizieren können, und auch besondere Behandlungsmöglichkeiten. "Wenn die Krankenhäuser nicht über Quarantäne-Stationen verfügen, wird eine Infektion sich rasch ausbreiten." In Afrika lägen 20 Länder in der Reichweite von Fledertieren, die das Ebola-Virus übertragen.

Die WHO-Direktorin beklagte, dass Staaten, die Infektionsfälle meldeten, von anderen Ländern mit Reisebeschränkungen "bestraft" würden. "Es gibt noch immer 43 Staaten, die wegen Ebola solche Beschränkungen aufrechterhalten", so Chan. "Wir haben diese Verbote nicht empfohlen." Laut WHO sind in Guinea, Liberia and Sierra Leone seit Ausbruch der Epidemie mehr als 28.000 Menschen erkrankt und mehr als 11.000 gestorben. (APA, dpa, 15.10.2015)

  • In etwa zwei Drittel der WHO-Mitgliedsländer gibt es keine ausreichenden Möglichkeiten, um Infektionen mit seltenen Krankheiten rechtzeitig und zuverlässig diagnostizieren können, warnt WHO-Direktorin Margaret Chan.
    foto: ap/michael duff

    In etwa zwei Drittel der WHO-Mitgliedsländer gibt es keine ausreichenden Möglichkeiten, um Infektionen mit seltenen Krankheiten rechtzeitig und zuverlässig diagnostizieren können, warnt WHO-Direktorin Margaret Chan.

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