Hohe Investitionen drückten Zalando in die roten Zahlen

15. Oktober 2015, 12:28
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Umsatz soll im Gesamtjahr um bis zu 35 Prozent steigen – Gewinn wird 2015 unter bisherigen Erwartungen liegen

Hohe Investitionen haben Europas größtem Online-Modehändler Zalando einen Verlust eingebrockt. Im dritten Quartal wurde ein Betriebsverlust (Ebit) von bis zu 32 Mio. Euro verbucht, wie der Berliner Konzern am Donnerstag nach vorläufigen Zahlen mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte noch ein knapper Gewinn in der Bilanz gestanden.

An der Börse straften die Anleger Zalando ab: Die seit Juni im Nebenwerteindex MDax notierte Aktie rutschte um bis zu 13 Prozent auf 26,55 Euro ab. Die Firma war im vergangenen Herbst mit einem Ausgabekurs von 21,50 Euro an die Börse gegangen.

"Das dritte Quartal ist in unserem Geschäft von der Marge her das schwierigste"

"Das dritte Quartal ist in unserem Geschäft von der Marge her das schwierigste", sagte Zalando-Chef Rubin Ritter im Gespräch mit Reuters. Ausgaben für den Ausbau der Logistik, für das Marketing für Smartphone- und Tablet-Anwendungen sowie für den früheren Start der Wintersaison sorgten dafür, dass das Unternehmen nun seine Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr zurückschrauben musste. Die Marge – also der Anteil des operativen Ergebnisses am Umsatz – wird maximal bei vier Prozent liegen und nicht mehr bei bis zu 4,5 Prozent.

Beim Umsatz sollen sich die Investitionen auszahlen. Hier erwartet Zalando ein Plus im Gesamtjahr von bis zu 35 Prozent auf maximal knapp 3 Mrd. Euro. Bisher hatte der Onlinehändler ein Wachstum von bis zu 31 Prozent prognostiziert. Im dritten Quartal war der Umsatz zwischen 41 und 43 Prozent auf 707 bis 717 Mio. Euro geklettert. Dafür sorgte auch der Sommerschlussverkauf. Die Berliner mussten ihre Lager für die Winterware freiräumen und die ohnehin schon günstige Sommerkleidung mit Rabatten auf den Markt werfen.

16,4 Millionen Kunden und 9.000 Mitarbeitern

Der 2008 gegründete Konzern mit 16,4 Millionen Kunden und 9.000 Mitarbeitern profitiert vom rasanten Wachstum des Onlinehandels. Der Branchenverband HDE prognostiziert für 2015 ein Umsatzplus von zwei Prozent, vor allem dank der steigenden Online-Einkäufe. Zalando wirbt mit einem breitem Modesortiment und schnellen Lieferungen. Ritter kündigte an, künftig "auf die eine oder andere Art und Weise" auch die Lieferung noch am Tag der Bestellung ins Angebot aufzunehmen. Bisher gibt es diese testweise nur in Köln und Berlin. Der Online-Händler Amazon bietet diesen Service besonderen Kunden in einigen Gegenden in den USA an.

Am 12. November will Zalando Details zum Quartal veröffentlichen. (APA, 15.10. 2015)

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Zalando

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    foto: reuters
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