Verschwundene Bilder: Stadt Linz zu 8,24 Millionen Euro verurteilt

15. Oktober 2015, 11:26
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Richter entschied zugunsten der Erben von Klimt- und Schiele-Bildern

Linz – Das Landesgericht Linz hat die oberösterreichische Landeshauptstadt zur Zahlung von 8,24 Millionen Euro an die Erben von drei verschwundenen Bildern von Gustav Klimt und Egon Schiele verurteilt. Damit ist ein jahrelanger Rechtsstreit zugunsten der Kläger vorerst entschieden, berichtet das "Neue Volksblatt" (Donnerstagsausgabe). Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) lässt noch die Aussichten einer Berufung prüfen.

1951 verlieh die damalige Eigentümerin Olga Jäger ein Klimt-Gemälde sowie drei Bilder von Egon Schiele an die Neue Galerie (heute Lentos). Als die Erben 2006 den Leihschein aus dem Nachlass einlösen wollten, waren die Werke nicht mehr auffindbar. Die Erben klagten zuerst nur in einem Fall. 2011 sprach ihnen der Oberste Gerichtshof für die Schiele-Zeichnung "Paar" 100.000 Euro zu.

Sachverständigenstreit über Wert

Dann wurde um die drei anderen Bilder – die Klimt-Zeichnung "Zwei Liegende" sowie das Aquarell "Junger Mann" und das Ölgemälde "Tote Stadt" von Schiele – prozessiert. Das Gericht entschied, dass die Erben auch dafür zu entschädigen seien. Anschließend ging es vor Gericht um die Höhe. Die Stadt äußerte Zweifel an der Echtheit der verschwunden Bilder, was zu einem Sachverständigenstreit über den tatsächlichen Wert der Kunstwerke führte. Der gerichtlich beauftragte Sachverständige schätzte den Wert der Bilder jedenfalls auf 8,24 Millionen, wobei allein die "Tote Stadt" 7,5 Millionen Euro ausmachen soll.

Der Richter hatte in den Verhandlungen erfolglos einen Vergleich angeregt. "Ich nehme zur Kenntnis, dass der Richter jetzt so entschieden und die Summe objektiv begründet hat", wird der Bürgermeister im "Neuen Volksblatt" zum nun ergangenen Urteil zitiert. Die Entscheidung Berufung einzulegen, ist noch nicht gefallen. Ein weiterer Gang durch die Instanzen bis zum Obersten Gerichtshof hält Luger nur dann gegenüber dem Steuerzahler für vertretbar, wenn eine realistische Chance auf Erfolg bestehe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (APA, 15.10.2015)

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