Fünf Tote bei Unwetter in Mittelitalien

15. Oktober 2015, 12:43
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Überschwemmungen vor allem im Süden – Heer räumte in Kampanien Schlamm von den Straßen

Rom – Heftige Niederschläge, Überschwemmungen und Erdrutsche haben Italien arg zugesetzt. Bei schweren Unwettern kamen seit Mittwoch fünf Menschen ums Leben. Das letzte Opfer war eine 70-Jährige aus der süditalienischen Stadt Benevento, die von einem reißenden Fluss erfasst wurde.

In der Provinz Frosinone im Latium wurde ein 40-jähriger Mann getötet, als sein Auto aufgrund des Wetters in einen Graben stürzte. In der Provinz L'Aquila in den Abruzzen wurde eine 51-jährige Frau von einer umgestürzten Mauer erdrückt. Ein Mann wurde in seinem überschwemmten Keller durch einen Stromschlag getötet, als ein Blitz in das Haus einschlug. Ein 71-Jähriger erlag einem Herzinfarkt, während er versuchte seine Wohnung in Montesarchio in der süditalienischen Provinz Benevento vom Schlamm zu befreien. Mehr als hundert Menschen mussten aus ihren Häusern in Sicherheit gebracht werden. Soldaten waren im süditalienischen Kampanien im Einsatz, um Straßen vom Schlamm zu befreien.

Latium und Abruzzen stark betroffen

Am schlimmsten betroffen von den heftigen Regenfällen waren die mittelitalienischen Regionen Latium und Abruzzen, wo zahlreiche Häuser überschwemmt wurden. In den Abruzzen gab es mehrere Stromausfälle. Bei Rom trat der Fluss Aniene über die Ufer, Menschen retteten sich auf die Dächer ihrer Häuser.

Schwere Unwetter verursachten auch auf Sizilien Chaos. In Catania, Messina und Trapani blieben die Schulen geschlossen. Mehrere Bahnlinien waren wegen Erdrutschen unterbrochen. Der Agrarverband Coldiretti klagte über Schäden in Millionenhöhe in der Landwirtschaft. Auch Norditalien wurde vom schlechten Wetter heimgesucht. Am Brenner wurden Schneefälle gemeldet.

Extreme Wetterbedingungen

Der italienische Umweltminister Gianluca Galletti sprach von extremen Wetterbedingungen. "Wir sind mit klimatischen Änderungen konfrontiert, die stark bedrohlich sind", meinte Galletti. Die Regierung in Rom wolle Präventionsmaßnahmen ergreifen und einen groß angelegten Plan zur Vorbeugung von Erdrutschen und Überschwemmungen in den italienischen Städten umsetzen. 1,3 Milliarden Euro will die Regierung dafür locker machen. (APA, 15.10.2015)

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