Griss zu Kandidatur bei Präsidentenwahl bereit

14. Oktober 2015, 15:52
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Ehemalige OGH-Chefin: "Wenn es wirklich einen Wunsch in der Zivilgesellschaft gibt" – Antreten für eine Partei schließt sie aus

Wien – Irmgard Griss macht es spannend. Immer wieder ist ihr ein Liebäugeln mit der Präsidentschaftskandidatur zu entlocken, ein klares "Ich kandidiere" bleibt aber aus, ebenso wie eine dezidierte Absage. Vor wenigen Wochen sagte sie am Rande einer Pressekonferenz, dass sie noch nicht "ernsthaft darüber nachgedacht" habe, sich aber alles offenhalten wolle. Am Montag fragte das Onlineportal nzz.at noch einmal nach. "Ich kann es mir vorstellen, wenn es wirklich einen Wunsch in der Zivilgesellschaft gibt", erklärte Griss da.

Im STANDARD-Gespräch erzählt Griss, dass viele Personen auf sie zugekommen seien und sie bei einer Kandidatur unterstützen möchten. Welche Personen das sind, wollte sie noch nicht sagen. Auch, wann sich dieses Komitee vorstellen werde, ließ sie offen. Es sei noch viel Zeit bis zur Wahl, begründet sie ihr Zögern.

Keine Kandidatur für Partei

Fest steht für die frühere Präsidentin des Obersten Gerichtshofs, dass sie nicht für eine Partei antreten wird. "Ich war nie bei einer Partei, ich kann jetzt nicht für eine Partei auftreten, das würde ich auch nie machen", sagte sie. Zu Beginn des Jahres hatte Griss noch erklärt, ein Antreten komme für sie nur infrage, wenn sie etwa von SPÖ und ÖVP gemeinsam als überparteiliche Kandidatin aufgestellt würde – was ein Wunder wäre und wohl nicht eintreten werde. Da sei sie falsch verstanden worden, erklärt Griss heute.

Die ehemalige Richterin hat sich als Leiterin der Hypo-Untersuchungskommission einen Namen gemacht. Auch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hatte im Februar angekündigt, Griss als überparteiliche Kandidatin unterstützen zu wollen.

Antreten Van der Bellens wahrscheinlich

Konkurrenz in ihrer Altersklasse könnte Griss (69) von Alexander Van der Bellen (71) bekommen. Der frühere Grünen-Chef, der unlängst seinen Abschied aus dem Wiener Gemeinderat zelebrierte, dürfte aller Voraussicht nach für die Grünen im Kampf um die Hofburg antreten. Sie habe zwar noch keine fixe Zusage von ihm, sagte Grünen-Chefin Eva Glawischnig am Montag, sei aber zuversichtlich.

Van der Bellen hat außergewöhnlich gute Umfragewerte, die auch einen Sieg gegen Erwin Pröll (ÖVP) und Rudolf Hundstorfer (SPÖ) als möglich erscheinen lassen. Der grüne Professor hatte in früheren Gesprächen die Strapazen eines Wahlkampfs als Argument dagegen angeführt, dürfte von seinen Parteifreunden aber mittlerweile umgestimmt worden sein. (mte, völ, 15.10.2015)

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nzz.at

  • Irmgard Griss macht es spannend.
    apa/helmut fohringer

    Irmgard Griss macht es spannend.

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