Zweifelhafte Ehrung: Mauthausen-Komitee richtet Appell an Pröll

14. Oktober 2015, 13:18
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Karl Simlinger, umstrittener Altbürgermeister von Gföhl, soll geehrt werden

Gföhl – Das Mauthausen-Komitee Österreich hat am Mittwoch die geplante Auszeichnung des Altbürgermeisters von Gföhl, Karl Simlinger (ÖVP), scharf kritisiert. Vorsitzender Willi Mernyi richtete in einer appellierte in einer Aussendung an ÖVP-Chef und Landeshauptmann Erwin Pröll, die Ehrenringverleihung zu verhindern.

"Pressefritzen, die gehören aufgehängt"

Simlinger sei im Dezember 2013 "wegen einer besonders üblen antisemitischen und rassistischen Äußerung" als Bürgermeister zurückgetreten, erinnerte das Mauthausen-Komitee. "Mir gehen die Scheißasylanten sowieso am Oasch, aber schuld sind die Pressefritzen, die gehören aufgehängt, de san wia de Juden!", soll er damals laut einem Bericht der Zeitung "Heute" bei einer Sitzung über ein geplantes Asylheim gesagt haben.

Am Dienstag hätte der Gföhler Gemeinderat beschließen sollen, ihm den Ehrenring zu verleihen. Die von der ÖVP (stellt 14 der 23 Mandatare) vorbereitete Beschlussfassung sei nur durch den Auszug aller anderen Fraktionen vorerst verhindert worden.

Kritik von Mernyi an Ehrungsplänen

Simlinger hatte nach den Rassismus- und Antisemitismus-Vorwürfen vor knapp zwei Jahren die Konsequenzen gezogen. Er habe sich "zu einer Aussage verleiten lassen, die meinem Weltbild und meiner persönlichen Einstellung eklatant widerspricht", sagte er damals, bestritt allerdings, dass in der nichtöffentlichen Besprechung die Wörter "Scheißasylanten" und "aufhängen" gefallen seien. Sollte er Menschen verletzt haben, entschuldige er sich "in aller Deutlichkeit" dafür.

Mernyi bezeichnete es am Mittwoch als unverständlich, dass die Mehrheit des Gföhler Gemeinderats einen "Judenhasser" ehren wolle. Da fehle offenbar jede Sensibilität. (APA, 14.10.2015)

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