Aleppo: Syriens Armee bereitet offenbar Offensive vor

14. Oktober 2015, 12:36
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Tausende Iraner und Hisbollah-Kämpfer in Syrien, USA und Russland verhandeln über Luftangriffe

Damaskus – Die syrische Armee bereitet Insidern zufolge mit Unterstützung des Iran und der schiitischen Hisbollah-Miliz eine Bodenoffensive in der Region Aleppo vor. Russland solle dabei mit Luftangriffen helfen, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Demnach sind tausende iranische Soldaten eingetroffen, um an der Seite von Einheiten des syrischen Staatschefs Bashar al-Assad zu kämpfen. Die Offensive sei eine Ausweitung eines Vorstoßes in der Provinz Hama, der in der vergangenen Woche begann. Die Provinz Aleppo wird im Moment von Regierungseinheiten, verschiedenen Rebellengruppen und der Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) beherrscht.

Einer der Insider sagte, es gebe großangelegte Vorbereitungen wie die Mobilisierung der syrischen Armee. Auch Elitekämpfer der Hisbollah seien vor Ort. Der zweite Insider, der der syrischen Regierung nahesteht, sagte: "Es ist kein Geheimnis mehr, dass tausende Iraner jetzt in Syrien sind. Sie spielen eine tragende Rolle." Beide sagten, die Angriffe würden bald beginnen.

Bereits Luftangriffe auf Aleppo

In der Region Aleppo hat die US-geführte Koalition gegen den IS bereits Luftangriffe geflogen. Auch Russland bombardiert nach eigener Darstellung die Extremisten. Allerdings fanden einige der russischen Angriffe in Regionen statt, die von anderen Rebellengruppen beherrscht werden.

Die Luftangriffe haben Befürchtungen geweckt, dass Kampfjets zusammenstoßen könnten. Nach Angaben von US-Verteidigungsminister Ashton Carter gibt es Verhandlungen mit der russischen Regierung, um derartige Zwischenfälle zu verhindern. Es handle es sich um sehr konstruktive Gespräche, sagte Carter auf einer Pressekonferenz. "Ich erwarte, dass es sehr bald eine Vereinbarung gibt." Beide Seiten seien an der Sicherheit ihrer Piloten interessiert.

Offenbar iranische Generäle von IS getötet

Zwei hochrangige Offiziere der iranischen Revolutionsgarden sind indes einem Agenturbericht zufolge bei Kämpfen in Syrien getötet worden. Die beiden Generäle seien am Montag beim Einsatz gegen die IS-Miliz umgekommen, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Wo die Kämpfe stattfanden, wurde nicht erwähnt.

IS-Audiobotschaft

Der IS rief zugleich in einer Audiobotschaft zum Heiligen Krieg gegen Russen und US-Amerikaner auf. "Islamische Jugend der Welt, entzündet den Jihad gegen Russen und Amerikaner in ihrem Kreuzzug gegen Muslime", hieß es in der Botschaft, die am Dienstag verbreitet wurde.

Zudem bestätigten die Jihadisten den Tod ihres zweitwichtigsten Anführers, Haji Mutas. Die USA hatten vor knapp zwei Monaten bekanntgegeben, Mutas bei einem Luftschlag im Irak getötet zu haben. Er galt als wichtigster Stellvertreter von IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi und war für den Irak zuständig. Für den IS ist es ein empfindlicher Schlag. Erst am Sonntag hatte das irakische Militär mitgeteilt, den Autokonvoi Al-Baghdadis angegriffen zu haben. Dessen Schicksal ist seither unklar. (APA, 14.10.2015)

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