Italien erlaubt wieder höhere Barzahlungen

13. Oktober 2015, 18:24
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Bis zu 3000 Euro dürfen cash gezahlt werden

Um den privaten Konsum anzukurbeln, will Italiens Regierungschef Matteo Renzi die Grenze für Bargeldzahlungen von 1000 Euro auf 3000 erhöhen. In einem TV-Interview erklärte der Regierungschef, dass dies ein "Vertrauensbeweis" für die Italiener sei. Er wolle damit die zaghafte Wirtschaftserholung im Lande beschleunigen. Denn nach dreijährigem Rückgang zeigt seit dem Frühjahr auch der private Konsum eine zaghafte Belebung. Mit 60 Millionen Einwohnern ist der Inlandskonsum von primärer Bedeutung. Die Regierung hatte erst kürzlich das Wachstum 2015 von 0,5 auf 0,7 Prozent korrigiert. Nun erwartet Renzi sogar ein Prozent.

Seit gut drei Jahren durften in- und ausländische Kunden in Italien nur bis zu 1000 Euro in Bargeld zahlen. Alles darüber hinaus war bargeldlos zu begleichen. Die drastische Maßnahme war 2012 von Mario Monti eingeführt worden, um Steuerhinterziehung und den florierenden "Schwarzmarkt" zu bekämpfen. Geschäftsinhaber protestierten, vor allem im Tourismus. Guglielmo Miani, Präsident des Verbandes der Geschäftsinhaber der Mailänder Luxusmeile Montenapoleone, hieß die Lockerung des Bargeldlimits willkommen. Es sei äußerst schwierig gewesen, ausländische Touristen von der Notwendigkeit zu überzeugen, ihre Einkäufe mit Kreditkarten zu bezahlen. Viele hätten deshalb Käufe storniert.

Die neue Maßnahme ist Teil des Stabilitätsgesetzes 2016, mit dem der Austeritätskurs verlassen und ein Wachstumsweg eingeschlagen wird. 2016 sind Steuererleichterungen auf Immobilien geplant. (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, 14.10.2015)

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