Streit der Politikberater um Leihstimmen

13. Oktober 2015, 18:01
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Filzmaier: Leihstimmen-Diskussion ist vielfach "Parteitaktik"

Politikberater Thomas Hofer ist sich sicher: Ohne Leihstimmen von Grün- und ÖVP-Anhängern für die SPÖ, um eine FPÖ-Mehrheit zu verhindern, hätte Michael Häupl das "Duell" um Wien um einiges knapper, wenn überhaupt für sich entschieden.

Nun scheint dem "wertfreien Begriff Leihstimme für taktisches Wählen" (Hofer) seit dem runden Tisch am Sonntag im ORF etwas Negatives anzuhaften: Politikkommentator Peter Filzmaier stieß sich an ihm. Im STANDARD-Gespräch weitet er seine Kritik zusätzlich ins Inhaltliche aus: Die SPÖ habe weniger aus dem Grünen- und ÖVP- als aus dem Nichtwählerlager geschöpft. Die derzeitige Leihstimmen-Diskussion sei also vielfach "Parteitaktik".

Letzteres schließt Hofer nicht aus. Den Begriff Leih- oder auch Stützstimme jedoch verteidigt er: In Deutschland sei das Phänomen seit Jahren be- und anerkannt. Bei der Bundestagswahl 2009 habe es entscheidend zum 14,6-Prozent-Höhenflug der FDP beigetragen. Sein Ausbleiben wiederum habe 2013 zum FDP-Absturz auf 4,8 Prozent geführt. Geliehenes müsse man eben meist auch wieder zurückgeben. (bri, 13.10.2015)

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