Dürre allein schadet mediterranen Trockenwäldern kaum

13. Oktober 2015, 18:33
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Breiten sich dagegen strauchige Pflanzen zusätzlich aus, kann das zum Kollaps des Ökosystem führen

Was Dürreperioden, die in den kommenden Jahren aufgrund des Klimawandels zunehmen könnten, in halbtrockenen Wäldern des Mittelmeerraums anrichten können, hat ein internationales Forscherteam untersucht. Wassermangel alleine ist demnach aber offenbar noch kein existenzgefährdendes Problem. Breiten sich im Gefolge der Trockenheit aber strauchige Pflanzen aus, kann dies den Baumbestand und damit das gesamte Ökosystem bedrohen. Es ist das erste Mal, dass Wissenschafter das Zusammenwirken der beiden Einflussfaktoren extreme Trockenheit und Pflanzeninvasion in mediterranen Waldgebieten untersucht haben.

Der weltweite Baumbestand geht insbesondere in halbtrockenen und mediterranen Klimazonen zurück. Die Ursache für das Baumsterben ist weitgehend unbekannt. Experten vermuten, dass die Erderwärmung und immer häufiger auftretende Dürreperioden dazu beitragen. Ein weiterer Faktor ist, dass sich eingeschleppte Pflanzenarten ausbreiten, mit denen die Bäume um Wasser konkurrieren müssen.

Die Wissenschafter haben die Reaktion von Korkeichen, in deren Umfeld sich die strauchartige Lack-Zistrose (Cistus ladanifer) ausgebreitet hat, auf die Dürreperiode 2011/2012 erforscht, die als eine der trockensten seit 1950 gilt. Dabei entfernte das Team in einem Teilgebiet des Waldes die Lack-Zistrose und verglich die Reaktion der Korkeichen mit der ihrer Artgenossen, die weiterhin mit dem Pflanzeneindringling konkurrierten.

Leidende Korkeichen

Die von der Lack-Zistrose befreiten Bäume zeigten sich widerstandsfähig gegenüber der Trockenheit; das Ökosystem blieb intakt. Dagegen litten die Korkeichen, die von den Sträuchern umgeben waren, stark unter der extremen Trockenheit. Es zeigte sich, dass die Lack-Zistrose die Transpiration – die Verdunstung des Wassers über die Pflanzenblätter – innerhalb des Ökosystems dominierte. Gleichzeitig verdunsteten die Korkeichen weniger Wasser. Die in den "Scientific Reports" veröffentlichten Ergebnisse legen nahe, dass das Zusammenwirken von Dürreperioden in mediterranen Wäldern mit der Ausbreitung trockenresistenter Pflanzenarten zum Baumsterben beitragen kann. (red, 13.10.2015)

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