Kommt Federer doch nach Wien?

13. Oktober 2015, 14:51
152 Postings

Turnierdirektor Straka greift zum Hörer, Nadal hingegen eher kein Thema mehr – Derzeit drei Top-Ten-Spieler im Wien-Feld

Schanghai/Wien – Roger Federers Rückkehr ins Turniertennis nach dem vor einem Monat gegen den Serben Novak Djokovic verlorenen US-Open-Finale ist danebengegangen. Der mit einem Erstrunden-Freilos ausgestattete Schweizer unterlag am Dienstag in Schanghai dem Qualifikanten Albert Ramos-Vinolas 6:7 (4), 6:2, 3:6. Der Spanier schlägt nächste Woche beim Wiener Erste-Bank-Open auf, das könnte auch bei Federer der Fall sein.

"Ich werde sofort Kontakt aufnehmen und anrufen", sagte Wien-Turnierdirektor Herwig Straka der APA Minuten nach dem Out des Schweizers. Der Grand-Slam-Rekordsieger hatte bei vorangegangenen Gesprächen signalisiert, dass sein Antreten in der Wiener Stadthalle bei einem frühen Schanghai-Ausscheiden wahrscheinlicher als bei einem Turnierverbleib bis ins Wochenende sei.

Ramos-Vinolas hatte sich durch die Qualifikation gekämpft sowie den US-Amerikaner Sam Querrey besiegt. Gegen Federer feierte er nach 2:05 Stunden im 16. Versuch seinen ersten Sieg gegen einen Top-Ten-Spieler. Dem Favoriten wiederum war die fehlende Matchpraxis anzumerken. Er schlug zwar 15 Asse und machte sieben Punkte mehr als Sein Gegner, agierte aber zu ineffizient und leistete sich 30 unerzwungene Fehler.

Letzte Chance auf Federer

Dass es Federer so früh in einer Turnierwoche erwischt, kommt äußerst selten fort. Heuer war das davor nur Anfang Mai in Madrid eingetreten, als er ebenfalls nach einem Freilos dem Australier Nick Kyrgios unterlag. Für Straka bietet sich heuer zum wohl letzten Mal die Chance auf ein Federer-Engagement, da das Turnier ab 2016 parallel zu Basel stattfinden wird. Und den Event in seiner Heimatstadt lässt der 34-Jährige nicht aus.

Keine großen Hoffnungen dürfen sich Tennisfans auf eine Anreise von Rafael Nadal machen. "Ich habe zuletzt am Samstag mit ihm gesprochen", erklärte Straka. "Da sieht es nicht so gut aus." Am Tag darauf hatte der Spanier das Peking-Finale gegen Djokovic verloren, für das World-Tour-Finale ab 15. November in London aber doch 300 Punkte gesammelt. In der Jahreswertung ist Nadal damit Sechster.

Aktuell im "Single Race" mit einem Polster von 615 Punkten auf den Neunten ausgestattet, sieht es für den 29-Jährigen für seine achte Teilnahme am Saison-Finalturnier gut aus. Einen weiteren Schritt kann er in Shanghai machen, am Mittwoch geht es für ihn gegen Kroatiens Asse-Weltrekordler Ivo Karlovic los. Zudem klagte Nadal am Dienstag, mental etwas ausgebrannt zu sein. Auch das spricht eher für eine Woche Pause.

Neben Karlovic am Vortag haben mit dem Kanadier Milos Raonic, dem Südafrikaner Kevin Anderson und dem Franzosen Jo-Wilfried Tsonga drei weitere der für Wien angekündigten Top-Aufschläger die zweite Shanghai-Runde erreicht. Aktuell stehen mit dem Spanier David Ferrer (8.), Raonic (9.) und Anderson (10.) drei Top-Ten-Spieler im Wien-Feld. Anderson stieß am Montag übrigens erstmals in die Top Ten vor. (APA, 13.10.2015)

  • Hände hoch, Albert Ramos-Vinolas!
    foto: reuters/aly song

    Hände hoch, Albert Ramos-Vinolas!

  • Die Wahrscheinlichkeit einer Teilnahme von Federer beim Erste-Bank-Open steigt.
    foto: reuters/aly song

    Die Wahrscheinlichkeit einer Teilnahme von Federer beim Erste-Bank-Open steigt.

Share if you care.