Fertigmöbel von Ikea: Billy und Co als Herausforderung für Roboter

25. Oktober 2015, 17:23
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Zusammenbau von Ikea-Einrichtung erweist sich als gutes Lernspielfeld

Ihr Aufbau soll einfach und schnell sein, doch trotz beigelegter Anleitung bringen sie Menschen regelmäßig zur Verzweiflung: Bausatz-Möbel von Ikea und anderen Herstellern. Selbst wenn dem Paket alle Teile beiliegen, was bekanntlich nicht immer der Fall ist, wird die Zusammensetzung gelegentlich zur Tagesbeschäftigung.

Eine Odyssee, die sich als idealer Lernspielplatz für Roboter anbietet, dachten sich hier Forscher von der Nanyang Technological University in Singapur. Sie haben sich darauf spezialisiert, Industriemaschinen nach und nach den Aufbau solcher Inneneinrichtung beizubringen, wie Technology Review berichtet.

Schritt für Schritt

Die Komplexität dieser Aufgaben ist dabei nicht zu unterschätzen. Dass die Roboter den ausgedruckten Anleitungen selbständig folgen ist derweil noch Zukunftsmusik. Die einzelnen Aufgaben werden von den Forschern in einzelne Schritte eingeteilt und anschließend übermittelt.

Die zwei Wissenschaftler nutzten für ihr letztes Experiment einen Roboter mit zwei Greifarmen, bei denen es sich um weit genutzte Standardausführungen handelt. Er verfügt über ein kamerabasiertes, optisches System zur Unterstützung seiner eigenen Arbeitsschritte und Sensoren zur Messung und Anpassung der Greifkraft.

cri group @ ntu

Hindernisse

Als jüngste Errungenschaft konnte man der Maschine erfolgreich beibringen, einen Holzstift in ein vorgefrästes Loch zu stecken, eine sehr häufige Aufgabe beim Zusammenbau von Fertigmöbeln. Dabei gab es zwei Hindernisse: Sowohl der Stift, als auch das Loch sind so klein, dass der Roboter sie auf optischem Wege allein nicht mehr sicher nachverfolgen kann. Daher nutzten die Forscher die Drucksensoren, um den Roboter den Stift langsam ertasten und greifen zu lassen.

Mit dem anderen Arm hob er das Bein des Stuhles an und führte den Stift heran. Durch Entlanggleiten an der Oberfläche bei gleichzeitigem Ausmessen auf Basis der Kanten ist es gelungen, der Maschine beizubringen, ihn schließlich so lange entlang der Mitte zu führen, bis er sich über dem Loch befindet und dort "einrastet".

Ziel: Komplettaufbau

Dieser Schritt mag klein erscheinen, benötigte aber einigen Aufwand zur erfolgreichen Umsetzung. In einem Fachartikel haben die Wissenschaftler ihre Arbeit näher beschrieben. Ihr finales Ziel ist es, dem Roboter die Ausführung sämtlicher Schritte für den Aufbau einfacher Ikea-Möbel beizubringen. (gpi, 25.10.2015)

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