Handy am Steuer: Hohe Strafen in Europa

14. Oktober 2015, 15:03
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Ablenkung kostet bis zu 230 Euro Strafe

Wien – Die Benutzung des Handys während der Fahrt lenkt vom Verkehrsgeschehen ab – eine Gefahr für den Lenker selbst und alle anderen Verkehrsteilnehmer. Deswegen herrscht in den meisten europäischen Ländern striktes Handyverbot am Steuer. In Österreich beispielsweise wird ein Verstoß gegen das derzeitige Telefonierverbot in der Regel mit einem Organmandat von 50 Euro geahndet. Bei Anzeigen kann eine Strafe von bis zu 72 Euro verhängt werden.

Die österreichische Regierung plant, das Verbot am Steuer zu überarbeiten bzw. zu verschärfen. Demnach sollen künftig im Auto nur das Telefonieren mit Freisprecheinrichtung sowie das Verwenden des Handys als Navigationsgerät erlaubt sein. In anderen Ländern Europas sind Pauschalstrafen von bis zu 230 Euro möglich. "Wer ins Ausland fährt, ist gut beraten, sich vorab über die jeweils geltenden Bestimmungen zu informieren", sagt ÖAMTC-Touristikerin Kristina Tauer. "Grundsätzlich sollten Autofahrer jedoch jede Form von Ablenkung vermeiden."

Niederlande und Dänemark am strengsten, gefolgt von Spanien und Italien

Der höchste Pauschalstrafsatz wird in den Niederlanden mit 230 Euro veranschlagt. Dort ist bereits das Halten des Handys während der Autofahrt strafbar.

In Dänemark und Spanien kostet die Strafe für das Telefonieren am Steuer 200 Euro. "Auch Italien ist mit Strafen ab 160 Euro streng. Wird man hier nachts zwischen 22 und 7 Uhr telefonierend hinterm Lenkrad erwischt, fällt die Strafe sogar um ein Drittel höher aus als tagsüber", weiß die ÖAMTC-Expertin.

In Polen und Deutschland hingegen sind mindestens 50 Euro bzw. pauschal 60 Euro fällig. Am niedrigsten ist die Strafe in Bosnien-Herzegowina mit mindestens zehn Euro, gefolgt von Lettland mit einem Pauschalbetrag von 15 Euro und der Slowakei mit mindestens 20 Euro. In Bulgarien, Serbien und der Türkei zahlt man eine Mindeststrafe von 25 Euro.

Freisprecheinrichtung muss teilweise fix montiert sein

"Autolenker, die dennoch nicht aufs Telefonieren während der Fahrt verzichten wollen, sollten eine Freisprecheinrichtung nutzen. Bezüglich deren Verwendung gibt es in den europäischen Ländern jedoch Unterschiede", sagt ÖAMTC-Expertin Tauer. "So ist das Telefonieren mit Bluetooth-Headsets in Frankreich seit 1. Juli 2015 verboten. Fix verbaute Freisprech-Anlagen und Bluetooth-Einrichtungen, die an der Sonnenblende befestigt sind, darf man jedoch verwenden." In Spanien muss die Freisprechanlage ebenfalls ins Fahrzeug eingebaut sein, der Einsatz von Kopfhörern ist nicht erlaubt. (red, 14.10.2015)

Weitere Informationen zum Thema Handyverbot am Steuer findet man in der ÖAMTC Länder-Info unter www.oeamtc.at/laenderinfo

  • Der höchste Pauschalstrafsatz wird in den Niederlanden mit 230 Euro veranschlagt.
    foto: apa/hans klaus techt

    Der höchste Pauschalstrafsatz wird in den Niederlanden mit 230 Euro veranschlagt.

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