IV-Chef fordert Arbeitserlaubnis für Asylwerber

13. Oktober 2015, 12:58
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Behörden sollen laut Georg Kapsch mit Notverordnungen bürokratische Hemmnisse bei Unterbringung beseitigen

Wien – Der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Georg Kapsch, hat sich für die Arbeitserlaubnis für Asylbewerber – noch vor einer allfälligen Anerkennung als Flüchtling – ausgesprochen. Die Möglichkeit zu arbeiten sollte nach einem bis drei Monaten Aufenthalt bestehen und zwar ohne Arbeitsmarktprüfung, forderte Kapsch am Dienstag im Klub der Wirtschaftspublizisten in Wien.

Angesprochen auf die Rekordarbeitslosigkeit in Österreich und die Tatsache, dass derzeit 17.000 bereits anerkannte Flüchtlinge keinen Job finden, meinte Kapsch, die Asylbewerber sollten wenigstens die Chance haben sich zu bewerben. Einigen würde die Integration in den Arbeitsmarkt schon gelingen. Nichts tun dürfen und nur herumsitzen und warten sei das Schlimmste.

Die IV setze sich auch dafür ein, dass junge Asylbewerber als Lehrlinge aufgenommen werden. In seinem eigenen Unternehmen gebe es seit Jahren Lehrlingsprogramme für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Hemmnisse außer Kraft setzen

Die Behörden sollten bei Angeboten für die Unterbringung von Flüchtlingen bürokratische Hemmnisse mit Notverordnungen außer Kraft setzen, denn an Kleinigkeiten wie zu wenig Duschen oder Kochstellen dürfe es nicht scheitern, so der IV-Präsident.

Österreich solle sich auch etwas überlegen, um die Qualifizierten unter den Flüchtlingen im Land zu halten, meinte der Unternehmer. Schließlich könne nur über Bevölkerungswachstum Wirtschaftswachstum generiert werden. Ein demografisches Problem wie in Teilen von Deutschland, wo die Bevölkerung bereits schrumpfe, habe Österreich aber nicht.

Europa habe sich auf den Zustrom von Flüchtlingen überhaupt nicht vorbereitet. Es gebe überhaupt keine Solidarität zwischen den EU-Mitgliedsstaaten, kritisierte Kapsch. Er unterstütze den Vorschlag von Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP), dass jenen EU-Ländern, die sich an der Aufnahme von Flüchtlingen nicht beteiligen, Strukturförderungen gekürzt werden. (APA, 13.10.2015)

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