Vorzugsstimmen: Häupl und Strache voran, bei SPÖ punkteten Migranten

13. Oktober 2015, 14:05
254 Postings

Gemeinderat Al-Rawi und Ahmed Husagić bei Sozialdemokraten unter den ersten fünf, Manfred Juraczka weit abgeschlagen

Wien – Bei der Wiener SPÖ punkten außer den Spitzenfunktionären vor allem Kandidaten mit Migrationshintergrund. Zumindest zeigt das die Auswertung der Vorzugsstimmen. Bei der Gemeinderatswahl haben es gleich zwei unter die ersten fünf der SPÖ geschafft. Gemeinderat Omar Al-Rawi, der irakische Wurzeln hat, landete mit 2.496 Stimmen auf Platz drei. Ahmed Husagić, der im Integrationsbüro der Stadt arbeitet und in Bosnien-Herzegowina geboren wurde, kam auf den fünften Platz. Er kandidierte auf Listenplatz 105 und wird nicht in den Gemeinderat einziehen.

Die Vorzugsstimmen führten nach der geltenden Regelung zu keinen Verschiebungen. Nur bei der ÖVP, die parteiintern freiwillig eine wesentlich niedrigere Schwelle eingeführt hat, kommt es zu zwei Vorreihungen.

Vorzugsstimmenkaiser bei der Gemeinderatswahl war Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) mit 24.119. Auf Platz zwei lag FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, seinen Namen haben 18.111 Wiener auf den Wahlzettel geschrieben. Die grüne Spitzenkandidatin Maria Vassilakou bekam 6.824 Vorzugsstimmen, Beate Meinl-Reisinger von den Neos 3.023. Weit abgeschlagen war Manfred Juraczka (ÖVP) mit 2.073 Stimmen, der damit auch hinter zwei weiteren ÖVP-Kandidatinnen landete.

Die FPÖ-Wähler gaben neben Strache Johann Gudenus und Ursula Stenzel die meisten Vorzugsstimmen. Der Landtagsabgordnete Anton Mahdalik, auch Bezirksobmann in der Donaustadt, schaffte vom zwölften Listenplatz aus Platz vier im freiheitlichen Vorzugsstimmenranking. Stefan Berger, Bezirksparteiobmann in Favoriten, kam vom 23. Listenplatz unter die ersten fünf.

Die ÖVP hatte sich bei dieser Wahl eine andere Vorzugsstimmenregelung auferlegt, die Kandidaten mussten nur ein Zehntel der gesetzlichen Erfordernisse erreichen, um vorgereiht zu werden. Damit schafften es Seniorensprecherin Ingrid Korosec und die umstrittene christliche Abtreibungsgegnerin Gudrun Kugler trotz schlechten Listenplatzes in den Gemeinderat. Christgewerkschafter Hannes Taborsky aus Penzing kandidierte auf Listenplatz 14 und bekam 830 Vorzugsstimmen. Die 27-Jährige ÖVP-Jugendkandidatin Elisabeth Olischar schaffte als Listenzweite mit 797 Stimmen Platz fünf.

Bei den Grünen reihte sich Landtagsabgeordneter Christoph Chorherr vom siebenten Listenplatz aus im Vorzugstimmenranking hinter Vassilakou auf Platz zwei ein. Ebenfalls in den ersten fünf: Sozialsprecherin Birgit Hebein, die auf Platz fünf kandidierte, und Daniel Landau, der sich als Lehrer für Schulthemen engagiert und auf Listenplatz 14 kandidierte. Landau verpasst den Einzug in den Gemeinderat.

Neos-Spitzenkandidatin Meinl-Reisinger bekam mit über 3.000 Stimmen weit mehr als die anderen Kandidaten auf der Liste. Der Listenzweite Markus Ornig, Geschäftsführer der Eventagentur Festakt, lag mit 640 Vorzugsstimmen weit hinter seiner Chefin.

Bei den kleinen Parteien konnte der türkischstämmige Spitzenkandidat der Liste Gemeinsam für Wien, Turgay Taskiran, mit 1.218 Vorzugsstimmen mit Abstand die meisten für sich verbuchen.

(Lisa Kogelnik, 13.10.2015)

Share if you care.