Grünes Licht erhellt den Weg zu neuen Wirkstoffen gegen Krebs

13. Oktober 2015, 12:23
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Neu entwickeltes Verfahren günstiger und weniger störungsanfällig als bisherige Tests

Klosterneuburg – Um neuen Wirkstoffen gegen Krebs auf die Spur zu kommen, setzen Wissenschafter vom Institute of Science and Technology (IST) Austria in Klosterneuburg (NÖ) auf Licht. Mit wenigen Bedienschritte könne man mit der neu entwickelten Methode viele Substanzen gleichzeitig testen, die einen krebsfördernden Signalweg in Körperzellen hemmen, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift "Nature Chemical Biology".

Dieser Signalweg (MAPK/ERK-Signalweg) beginnt an der Zelloberfläche mit Andockstellen (Tyrosinkinase-Rezeptoren) für Signalstoffe und endet nach etlichen Zwischenschritten damit, dass bestimmte Eiweißstoffe (Transkriptionsfaktoren) unter anderem das Ablesen von krebsfördernden Genen steigern. Wirkstoffe, die den Signalweg an irgendeiner Stelle stören, können das Krebswachstum verhindern.

Die IST-Forscher um Harald Janovjak änderten diese Andockstellen so, dass sie nicht durch einen passenden Signalstoff, sondern durch blaues LED-Licht aktiviert werden. Das andere Ende des Signalweges wurde dermaßen gestaltet, dass ein grün fluoreszierender Eiweißstoff gebildet wird.

Grünes Licht für blockierende Substanzen

Sie testeten Hunderte Substanzen, ob diese die Andockstelle oder den Signalweg blockieren, und somit das grüne Licht dimmen. Mit bereits bekannten krebshemmenden Substanzen konnten die Forscher zeigen, dass die Methode funktioniert.

Weil man in einem solchen Suchverfahren ohne die Zugabe von Starter- und Nachweis-Chemikalien auskommt, sei es günstiger und weniger störanfällig als bisherige Methoden, erklärten sie in dem Fachartikel. Außerdem könne man damit auch sogenannte Waisen-Rezeptoren testen, das sind Andockstellen, bei denen die dazupassenden Signalstoffe noch unbekannt sind. (APA/red, 13.10.2015)

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