Kind und Job schwer vereinbar

13. Oktober 2015, 11:16
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In den G-20-Ländern glaubt knapp die Hälfte der Frauen, Kind und Karriere unter einen Hut bringen zu können. Die Deutschen sehen das anders

Kinder und Karriere sind nach Ansicht von Frauen in Deutschland nur schwer miteinander zu vereinbaren. Wie eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage der Thomson-Reuters-Stiftung und der Rockefeller-Stiftung ergab, schätzen deutsche Frauen im internationalen Vergleich die Lage eher schwierig ein und werden damit nur von den Japanerinnen übertroffen.

Unter den international 9.500 befragten Frauen äußerten sich 47 Prozent zuversichtlich, eine Familie haben zu können, ohne der Karriere zu schaden. In Deutschland lag der Anteil bei 21 Prozent und in Japan bei 17 Prozent. Die Umfrage wurde in den 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländern (G-20) durchgeführt. Österreich gehört nicht dazu.

Brasilianerinnen optimistisch

Am optimistischsten sind der Erhebung zufolge Frauen in Schwellenländern. So glauben 74 Prozent der Brasilianerinnen, Kind und Karriere verbinden zu können, gefolgt von Frauen in Indonesien und Südafrika (je 63 Prozent). Die USA liegen mit 43 Prozent im Mittelfeld, während der Anteil in Frankreich und Großbritannien bei 34 Prozent beziehungsweise 29 Prozent liegt.

Weltbank-Expertin Henriette Kolb sagte, in Ländern mit den höchsten Umfragewerten könnten Frauen bei der Kindererziehung eher auf die Hilfe ihrer Verwandten bauen. Ein weiterer Faktor sei die Verfügbarkeit von niedrig bezahlten Hausangestellten.

In Deutschland stehen fehlende Kindertagesstätten und Ganztagsschulen sowie traditionelle Familienbilder der Karriere entgegen. Frauen nehmen eine längere Auszeit von der Arbeit als in anderen europäischen Staaten und arbeiten danach oft nur in Teilzeit, was der Karriere eher schadet. 37 Prozent der nun befragten Frauen befürchten, dass Kinder ihrer Karriere schaden würden. (APA, 13.10.2015)

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