Nach Streit: Ferrero sichert sich ".kinder"-Domains

12. Oktober 2015, 14:48
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Süßwarenhersteller nun zuständig für Adressverwaltung – Kritiker versäumten Einspruchsfrist

Die Internet-Verwaltung ICANN ist um einen neuen Eintrag in ihrer Domain-Datenbank reicher. Seit kurzem gibt es im stetig wachsenden Katalog nun auch offiziell die Endung ".kinder". Ihr Inhaber, und damit zuständig für die Vergabe von Adressen, ist der Süßwarenhersteller Ferrero.

Die Registrierung verlief aber nicht ohne Zwischenfälle, hatten doch vergangenes Jahr die Deutsche Bundesregierung und der Deutsche Kinderschutzbund Bedenken kundgetan, wie Heise berichtet. Allerdings sind die Einsprüche wohl zu spät gekommen.

Frist versäumt

Nach der Zulassung von Custom-TLDs war es möglich, zwischen Juni 2012 und März 2013 Einsprüche gegen angemeldete neue Domainendungen einzulegen, um sie vor exklusivem Zugang vor einzelnen Firmen zu bewahren.

Damals hatte Ferrero sich bereits um ".kinder" beworben. Die Frist war ohne Einspruch verstrichen. Darauf verwies auch die ICANN in ihrer Antwort auf einen Protestbrief aus dem deutschen Familienministerium, der erst im Dezember 2014 losgeschickt worden war.

Kinderschutzbund gibt nicht auf

Der Kinderschutzbund gibt sich allerdings nicht geschlagen und will gemeinsam mit Partnern in dieser Frage an Ferrero herantreten. Der Süßigkeitenproduzent kann laut Vertrag nun zehn Jahre über die Domainendung verfügen. Dieser wird automatisch verlängert, sofern sich Ferrero nichts zu Schulden kommen lässt. Das Unternehmen ist verpflichtet, die TLD ausschließlich in Verbindung mit der eigenen Marke und nicht als allgemeinem Begriff zu nutzen. (gpi, 12.10.2015)

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