Reise ins Herz der Finsternis

12. Oktober 2015, 17:16
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In der autobiografischen Erzählung "Mein Weg vom Kongo nach Europa" berichtet Emmanuel Mbolela von einem Leben zwischen Widerstand, Flucht und Exil

Das Gros der Flüchtlinge, die es bei ihrer lebensgefährlichen Reise derzeit bis nach Mitteleuropa schaffen, kommt aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Der Index gescheiterter Staaten listete 2013 aber weitere 178 Länder auf, die als besonders unsicher und risikoträchtig gelten.

Darunter sind neben den drei erwähnten etwa noch Somalia, der Sudan, der Südsudan, der Tschad, der Jemen sowie die Demokratische Republik Kongo.

Seit einigen Jahrzehnten wüten in einigen Landesteilen heftige Kämpfe zwischen Rebellenmilizen und Regierungstruppen – Mord, Rekrutierung von Kindersoldaten, Vergewaltigungen, Plünderungen und Vertreibungen von Zivilisten gehören in dem rohstoffreichen zentralafrikanischen Staat zur Tagesordnung.

Widerstand, Flucht, Exil

Der Wirtschaftswissenschafter Emmanuel Mbolela gastiert morgen im Salzburger Literaturhaus, um sein Buch Mein Weg vom Kongo nach Europa vorzustellen. In dieser autobiografischen Erzählung berichtet der heute in den Niederlanden Lebende von einem Leben zwischen Widerstand, Flucht und Exil. Wegen seiner politischen Aktivitäten wurde der Kongolese in seiner Heimat inhaftiert und so brutal verfolgt, dass er sich schließlich zur Emigration gezwungen sah.

Mbolela berichtet von Gewalt und Ausbeutung während dieser erzwungenen Reise. Nach der Durchquerung der Sahara gründete er in Marokko eine Interessengemeinschaft für kongolesische Flüchtlinge, nach Jahren konnte er in die Niederlande übersiedeln, wo er die Nöte der Asylsuchenden, etwa in Form der extremen Ausbeutung von Migranten auf dem Arbeitsmarkt, kennenlernte.

Natürlich erzählt er von den Ursachen der Kämpfe im Kongo, die nicht zuletzt mit der hemmungslosen Ausbeutung der Rohstoffe durch Konzerne zu tun hat. Lesung und Gespräch, Übersetzung aus dem Französischen: Dieter Alexander Behr. (dog, 12.10.2015)

14. 10., Salzburg, Literaturhaus, 19.30. 0662/ 42 24 11, www.literaturhaus-salzburg.at

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