BMW bangt um Krone als größter Premiumautobauer

12. Oktober 2015, 14:01
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Daimler kann in China mit neuen Modellen punkten

München/Ingolstadt/Stuttgart – Im Kampf um die Position des weltweit größten Premium-Autoherstellers liefern sich BMW und Daimlers Pkw-Sparte Mercedes-Benz ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Nach neun Monaten hat sich Mercedes dank einer rasanten Aufholjagd in China an Audi vorbeigeschoben und ist Platzhirsch BMW dicht auf den Fersen.

BMW verkaufte von seiner Kernmarke von Jänner bis September 1,395 Millionen Fahrzeuge, wie die Münchner am Montag mitteilten. Der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr war mit 5,8 Prozent weniger als halb so stark wie bei Mercedes-Benz, das den Absatz um 15 Prozent auf 1,376 Millionen Autos steigerte. Die VW-Tochter Audi kam mit einem Zuwachs von 3,8 Prozent auf 1,35 Millionen Fahrzeuge vergleichsweise langsam vom Fleck.

Neue Modelle von Mercedes-Benz

Die Schlacht um den Thron des größten Premiumherstellers wird in China geschlagen. Auf dem Automarkt Nummer eins lag Mercedes-Benz zum Ende des dritten Quartals mit gut 266.000 verkauften Autos noch immer weit hinter Audi (414.000) und BMW (zusammen mit Mini 343.000). Doch legten die Stuttgarter trotz der Abkühlung der chinesischen Konjunktur um 31 Prozent zu, während der BMW-Absatz mit zwei Prozent Zuwachs ins Stottern kam und Audi das Vorjahresniveau knapp verpasste. Der Hauptgrund für das neue Kräfteverhältnis ist die jüngere Modellpalette von Mercedes-Benz – hier wollen Audi und BMW im kommenden Jahr allerdings in die Offensive gehen.

Auf Monatssicht hatte Daimler im September abermals die Nase vorn mit knapp 189.000 Fahrzeugen. Die Marke BMW meldete gut 180.000 ausgelieferte Wagen, während Audi mit knapp 171.000 Stück auf Platz drei lag. Die Volkswagen-Tochter war mit ihrem Modell A3 am Diesel-Abgasskandal des Konzerns beteiligt, der in den USA aufgedeckt wurde. Der US-Markt war für die Ingolstädter unter den drei großen Weltregionen bisher der wachstumsstärkste. Nun bleibt abzuwarten, wie stark der Imageschaden durch das Manipulieren von Abgaswerten Audi dort bremst.

BMW bleibt als Gruppe mit den Marken Mini und Rolls-Royce beim Absatz dennoch auf Rekordkurs. Im September legten die Verkaufszahlen der drei Marken binnen Jahresfrist um 7,8 Prozent auf 215.413 Fahrzeuge zu. In den ersten neun Monaten kletterte der Absatz um 7,5 Prozent auf 1,64 Millionen Modelle. "Trotz des nach wie vor schwierigen Umfelds in einigen Märkten wächst der Absatz der BMW Group weiterhin stabil", erklärte Vertriebschef Ian Robertson. "Somit sind wir beim Absatz auf Kurs für ein weiteres Rekordjahr 2015." (APA, Reuters, 12.10.2015)

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