Gesetz gegen späte Abtreibung soll Mädchen retten

12. Oktober 2015, 12:30
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Künftig ist in Vietnam lediglich nach einer Vergewaltigung ein Schwangerschaftsabbruch nach der zwölften Woche zulässig

Wie in China bevorzugen viele Eltern in Vietnam Söhne. Statistisch werden normalerweise etwa 105 Buben je 100 Mädchen geboren. In Vietnam liegt das Verhältnis bei 114 zu 100. Vorläufig sind Abtreibungen bis zur 22. Woche erlaubt. Das Geschlecht eines Embryos lässt sich ohne Fruchtwasseruntersuchung per Ultraschall meist erst nach der zwölften Woche feststellen.

Vietnam will die Abtreibung von weiblichen Föten eindämmen und plant deshalb ein Gesetz, das den Abbruch einer Schwangerschaft nach der zwölften Woche nur bei Vergewaltigungen erlaubt. Der Entwurf löste Empörung aus. "Wie soll eine Frau eine Vergewaltigung nachweisen?" sagte die Angestellte Kim Anh. "Bevor der Beweis erbracht ist, ist das Baby viel zu groß für eine Abtreibung." Ähnlich äußerten sich viele Frauen in sozialen Medien.

Nguyen Ba Thuy, der Vorsitzende der Organisation für Familienplanung, sagte, er befürworte die Beschränkung von Abtreibungen nach der zwölften Woche. "Aber Vergewaltigung nachzuweisen funktioniert nicht", sagte er. Auch Tran Dinh Bach vom Amt für Bevölkerung und Familienplanung ist skeptisch: "Schwangere, die abtreiben wollen, werden zu illegalen Kliniken gehen und können damit ihr Leben aufs Spiel setzen." (APA, 12.10.2015)

  • In Vietnam werden mehr Buben als Mädchen geboren
    foto: reuters/john vizcaino

    In Vietnam werden mehr Buben als Mädchen geboren

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