Opel Astra: Wie aus dem Ei gepellt

Ansichtssache12. Oktober 2015, 12:05
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Außen kleiner, innen größer, bis zu 200 Kilo leichter, dazu sparsamer, spritziger: Solcherart und mit Beigaben, die bisher Premiumfahrzeugen vorbehalten blieben, will der neue Astra "die Oberklasse ärgern"

foto: opel

Kneift man die Augen zusammen, ähnelt der neue Astra, von der Seite her betrachtet, einem Tropfen, einem Ei. Das kommt nicht von ungefähr, handelt es sich doch dabei um die strömungsgünstigste aller Formen.

Schon der legendäre und legendär gefloppte Porsche 928 bediente sich dieser Gestaltungsmöglichkeit, eine Etage flacher halt – und hatte die Häme weg: Umgekehrt, Freunde, umgekehrt wäre der aerodynamische Idealfall, mit dem Heck voraus! Ähnliches gälte auch für den Astra, aber inzwischen hat man ein paar Schmähs zusätzlich auf Lager, um die Schlüpfrigkeit zu erhöhen, die Windschlüpfrigkeit, versteht sich.

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Und so verbesserte sich Opels traditionsreicher Golf-Gegner, der sich – rechnet man die Kadett-Historie mit ein – bisher 24 Millionen Mal verkaufte, mit einem Schlag von 0,32 auf einen cW-Wert von 0,285. Der Zweck der Übung ist klar, die Aerodynamik ist eine der Stellschrauben, um mit dem Spritverbrauch herunterzukommen. Dazu gleich mehr.

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Nicht nur außen, auch innen wirkt der Astra wie aus dem Ei gepellt. Die Inneneinrichter haben das getan, was groß im Trend liegt derzeit: radikal aufgeräumt. Trotz immer mehr Funktionen (darunter volle Vernetzung und Handykompatibilität) will man mit immer weniger Tasten und Knöpfen auskommen. Das ist bedienungsfreundlich und eröffnet Gestaltungsmöglichkeiten. Diese haben die Designer weidlich genutzt: Richtig hübsch und wohnlich wirkt der Astra, mit mehr Platz als bisher, obwohl er außen um fünf Zentimeter schrumpfte. Hinten herrscht gute Beinfreiheit, allerdings kriegt man die Zehen nicht leicht unter den Vordersitz.

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Zurück zum Spritkonsum. Eine weitere Möglichkeit, selbigen in den von Gesetzgeber und Fahrer gewünschten Schranken zu halten, ist das Gewicht. Da gelang Opel der größte Sprung. Szenen einer Ernährungsumstellung sozusagen, es ist ungefähr so, als würde man auf den Verzehr von Brot verzichten oder Süßigkeiten. Und so wurde der Astra um bis zu 200 kg leichter, das sind Welten heute. Den Großteil holt man sich über die Verwendung hochfester Stähle in der Karosserie, aber auch bei den Sitzen war einiges zu holen – nach fünfjähriger Entwicklungszeit gerieten sie um je zehn Kilo leichter. Eine Massagefunktion gibt's bei diesem Gestühl übrigens auch, und das sei, versichert Opel, in dieser Liga bisher einzigartig.

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Dass sich der Astra so komfortabel, leichtfüßig, präzise fährt, wie er dies bei der Präsentation in Pressburg und den Kleinen Karpatern tat, liegt neben der Leichtigkeit des Seins und den Qualitäten des Fahrwerks an den Motoren. Und grad im Antriebskapitel, dieser dritten und wichtigsten Stellschraube hinsichtlich Effizienz, ist, kurz gesagt, alles neu. Das sei, so Opel, Teil der größten Antriebsoffensive der Firmengeschichte.

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Downsizing ist das Stichwort, der Astra fährt ausschließlich mit Drei- und Vierzylindern (Hubräume: 1,0, 1,4 und 1,6 Liter), die drei Diesel und Benziner decken ein Leistungsspektrum von 95 bis 150 PS ab, jedenfalls solange keine OPC-Sportversion beim Händler steht. Spritsparmeister ist der 1,6-Liter-Diesel mit 110 PS, der im Normtest auf 3,4 l / 100 km kommt. Doch selbst der konsumfreudigste Motor, der 1,4-Liter-Otto mit 100 PS, begnügt sich mit 5,6 l / 100 km. (Andreas Stockinger, 12.10.2015)

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Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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