Surface Book: Microsoft kocht jetzt nach Apple-Rezept

13. Oktober 2015, 09:01
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Konzern setzt nach Neuausrichtung auf integrierte Hard- und Softwareentwicklung

Lange pflegte Microsoft mit Firmen wie Hewlett-Packard, Dell und Co. eine eingespielte Partnerschaft. Die Redmonder lieferten ihr Windows-Betriebssystem mit der zugkräftigen Office-Suite, die anderen bauten Hardware für verschiedene Geldbeutel.

Doch der Paarlauf dürfte in dieser Form der Vergangenheit angehören. Und das, so analysiert Jason Snell bei Winsupersite.com, ist der strategischen Neuausrichtung des Konzerns geschuldet. Microsoft nimmt das Schicksal von Windows 10 stärker in die eigene Hand und schneidet sich dabei mehrere Scheiben von Apple ab.

Neuausrichtung

Abgezeichnet hat sich ein möglicher Schwenk schon länger, war doch die Veröffentlichung des ersten Surface Convertibles bereits für viele eine Überraschung. Mit seinen jüngsten Produkten – den neuen Lumia-Smartphones, dem Surface Pro 4 und insbesondere dem Surface Book beweist der Redmonder Konzern aber klar, dass er bereit ist, mit seiner eigenen Hardware zu zeigen, was sich aus Windows 10 machen lässt.

Wenngleich dies freilich zu Verstimmungen mit den Hardware-Partnern führen könnte, hat dieser von Apple seit je her gepflegte Zugang wichtige Vorteile. Microsoft kann auf diese Weise seine Software und Dienste und die Hardware punktgenau aufeinander abstimmen. Den anderen Herstellern bleiben die Marktsegmente und Kategorien, die der Konzern nicht selbst abdeckt. Sie haben im Consumer-Bereich ohnehin kaum eine andere Wahl, als auf Windows zu setzen.

Erfüllende Nutzererfahrung

Dabei geht es auch um Markentreue. Mit dem Surface Pro 3 hat Microsoft den Marktdurchbruch im dritten Anlauf endlich geschafft. Mit dem Surface Book, dessen Verkaufserfolg abzuwarten ist, bewies man, dass man in der Lage ist, Geräte zu bauen, die von vielen Konsumenten und Beobachtern als innovativ und "cool" wahrgenommen werden, argumentiert Snell.

Man hat bei der Gestaltung des Hybrid-Laptops offensichtlich gelernt, dass es Käufern nicht nur um technische Spezifikationen, sondern auch um Design und erfüllende Nutzererfahrung geht. Entsprechend wird das Surface Book auch platziert und beworben.

Apple-Rezept

Snell verweist dabei auf ein Steve-Jobs-Zitat. Der mittlerweile verstorbene Apple-Mitgründer hatte einst gesagt, dass seine Firma sich darauf spezialisiert habe, "magische Erfahrungen" zu bieten und Hardware nicht nur um ihrer selbst Willen zu bauen. Man wähle die einzelnen Komponenten daher sorgfältig aus.

Ein Zitat, das sich auch auf die Präsentation des Microsoft-Laptops anwenden lässt, der als MacBook Pro-Konkurrent präsentiert wird. Die Redmonder lassen ihre Partner mit ihrer neuen Strategie nicht im Stich, kochen nun aber auch nach dem Rezept von Apple. (gpi, 12.10.2015)

  • Microsoft mit Apple-Zutaten: Das Surface Book.
    foto: microsoft

    Microsoft mit Apple-Zutaten: Das Surface Book.

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