FPÖ stellt Welser Bürgermeister

11. Oktober 2015, 17:47
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In 44 oberösterreichischen Gemeinden mussten Kandidaten in die Stichwahl, SPÖ-Mann Klaus Luger bleibt Bürgermeister in Linz

Die politische Sensation ist perfekt und das zweite große FPÖ-Wahlziel in Oberösterreich erreicht: Wels bekommt nach fast 70 Jahren in roter Hand erstmals einen blauen Bürgermeister. Andreas Rabl ging am Sonntag mit einem guten Polster ins Rennen gegen den SPÖ-Kandidaten Hermann Wimmer, schon im ersten Wahlgang hatte der Jurist die 50-Prozent-Marke nur knapp verfehlt – und sicherte sich nun mit 62,97 Prozent den Chefsessel im Welser Rathaus. Im Gemeinderat der zweitgrößten Stadt Oberösterreichs hatte sich die FPÖ schon am Wahltag vor zwei Wochen durchgesetzt und eine Mehrheit von 43,08 Prozent erreicht (plus 13,84 Prozentpunkte).

Bürgermeister aus dem Welser Bürgeradel

Sein Bürgermeisterprogramm hat Rabl bereits vor gut einer Woche präsentiert. Wenig überraschend zählt die Integration dazu. Ein eigenes Ressort dieser "Querschnittsmaterie", zu dem etwa Sicherheit und Soziales gehören, sowie Sprachklassen in Kindergärten wolle er einführen.

Der erfolgreiche Anwalt, der sich als Wohnbaustadtrat profiliert hat, gilt als seriöser Verhandler, umgänglich im privaten Verkehr auch mit dem politischen Gegner – und gleichzeitig hart, wenn es um freiheitliche Kernthemen geht. Rabl, der dem sogenannten Welser Bürgeradel entstammt, spielt Geige, liebt Vivaldi und sammelt Nitsch. Politische Erfahrung hat der 1972 geborene Vater eines Sohnes im Europäischen Parlament als Mitarbeiter der FPÖ-Abgeordneten Daniela Raschhofer gesammelt.

Luger bleibt Bürgermeister in Linz

Erstmals musste mit Klaus Luger (SPÖ) auch in Linz ein amtierender Bürgermeister in die zweite Runde. Er setzte sich dort laut erster Hochrechnung mit 61 Prozent gegen ÖVP-Kandidat Bernhard Baier (39 Prozent) durch. Luger war mit einer Liste an Projekten in die Stichwahl gegangen, die er in seiner nächsten Amtszeit umsetzen will.

Zur Verbesserung der Verkehrslage soll die "Neue Schienenachse Linz" entstehen. Entsprechend dem Ergebnis einer Volksbefragung wird die alte Eisenbahnbrücke abgerissen und eine neue Brücke gebaut. Weil diese Donauquerung dadurch vier Jahre lang wegfallen wird, sollen erst ab 2020 Autos und eine Straßenbahnlinie über die neue Brücke fahren. Ein zweites Großprojekt ist die weitere Nutzung der Kaserne Ebelsberg, wo Wohnungen entstehen sollen. (APA, 11.10.2015)

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