Wien-Wahl: SMS-Wahlaufruf der Neos sorgt für Aufregung

11. Oktober 2015, 14:25
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Viele Empfänger verärgert, Datenschutzvorwürfe gegen Partei – Neos: Information, keine Werbung

Ein Last-Minute-Wahlaufruf der Neos hat am Sonntag manche Handy-Nutzer verwundert. Per Massen-SMS wandte sich die Spitzenkandidatin Beate Meinl-Reisinger ans Wahlvolk. Nicht nur auf der pinken Facebook-Seite gab es daraufhin Beschwerden, zumal einige gar nicht im Telefonbuch stehen. Laut Partei wurden die Nummern von der Post erstanden, es handle es sich auch nicht um Werbung, sondern Information.

"Heute ist Wahltag in Wien! Nütze deine Stimme und entscheide in welche Richtung Wien in Zukunft gehen soll. Beate Meinl-Reisinger" lautete der Text der Nachricht. Sofort wurden in den sozialen Medien Datenschutzbedenken laut. Auch die Konkurrenz griff das Thema auf – der Grüne Abgeordnete Albert Steinhauser etwa sah via Tweet einen Verstoß gegen das Telekomgesetz durch die "Massen-SMS-Werbung".

Werbung vs. Information

Die Neos aber führten ins Treffen, inhaltlich sei das keine Werbe-, sondern eine Informationsnachricht. Und auch Wahlkampf-Chef Peter Puller betonte gegenüber der Online-"Krone", es handle sich um einen "ganz legalen Vorgang". Denn Meinl-Reisinger werbe nicht um eine Stimme für die Neos, sondern rufe zum Urnengang auf.

Nummern sollen nicht gespeichert worden sein

Die Nummern habe man "ganz normal" bei der Post gekauft, beteuert man außerdem sowohl gegenüber Medien und auch auf Facebook. Diese sollen auch nicht in der eigenen Datenbank gespeichert worden sein, ebenso plane man auch keine weitere Kontaktaufnahme auf diesem Weg. Man entschuldige sich aber bei allen, die sich durch die SMS gestört fühlen.

Strolz' Privatnummer in Zeitungsinserat

Erst kürzlich war es zwischen den Neos und der ÖVP Wien zu einem Schlagabtausch gekommen. Der Grund: In einem Inserat im Standard war das Büro eines "gescheiterten Start-ups" angeboten worden. Als Kontakt war die private Handy-Nummer von Neos-Chef Mathias Strolz angegeben. Laut ÖVP war für diese Einschaltung ein einzelner Mitarbeiter verantwortlich, der die Parteispitze nicht darüber informiert hatte. (APA, gpi, 11.10.2015)

  • Per SMS riefen die Neos zum Wahlgang auf – und handelten sich damit viel Kritik ein.
    foto: screenshot

    Per SMS riefen die Neos zum Wahlgang auf – und handelten sich damit viel Kritik ein.

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