Angriff auf Spital: USA zahlen Familien von Kunduz-Opfern Geld

11. Oktober 2015, 08:49
161 Postings

Washington kommt auch für Wiederaufbau des Krankenhauses auf – Anschlag auf Nato-Konvoi in Kabul

Washington/Kabul – Nach dem US-Beschuss eines Krankenhauses im afghanischen Kunduz erhalten die Familien der Opfer Kondolenzgeld vom US-Verteidigungsministerium. Dies teilte der Sprecher des Ressorts, Peter Cook, am Samstag mit. Zudem würden die USA für den Wiederaufbau des Krankenhauses von Ärzte ohne Grenzen aufkommen.

Bei dem Beschuss des Krankenhauses Anfang Oktober waren 22 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Ärzte ohne Grenzen spricht von einem Kriegsverbrechen und fordert eine internationale unabhängige Untersuchung. Der US-Kommandant der internationalen Truppen in Afghanistan, John Campbell, führte den Luftangriff auf einen Fehler in der Kommandokette zurück.

Anschlag in Kabul

Ein Taliban-Selbstmordattentäter hat in der afghanischen Hauptstadt Kabul versucht, einen Nato-Konvoi in die Luft zu sprengen. Ein Sprecher der US-Truppen in Afghanistan bestätigte den Angriff am Sonntag. Nach Angaben der Polizei von Kabul wurden drei Zivilisten verletzt und zwei Nato-Fahrzeuge beschädigt.

Unter den ausländischen Truppen habe es keine Verletzten gegeben. Die radikal-islamischen Taliban bekannten sich zu dem Anschlag.

Viele Soldaten schon abgezogen

Die meisten Nato-Länder haben ihre Soldaten im vergangenen Jahr aus Afghanistan abgezogen, ein Kontingent von etwa 13.000 Soldaten blieb aber für Ausbildungs- und Trainingsaufgaben sowie für die Terrorismusbekämpfung im Land.

Die Taliban treten in Afghanistan derzeit wieder verstärkt in Erscheinung. Zuletzt hatten vor rund zwei Wochen hunderte Talibankämpfer die Provinzhauptstadt Kunduz überrannt, ohne auf nennenswerte Gegenwehr zu stoßen. Danach startete die afghanische Armee eine Gegenoffensive, teilweise unterstützt durch die Nato. (APA, 11.10.2015)

Share if you care.