Rechtsextreme Attacken in mehreren EU-Ländern

10. Oktober 2015, 17:07
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Gewalttätige Übergriffe auf Flüchtlinge und Flüchtlingshelfer in Deutschland, den Niederlanden und vor Lesbos

Chemnitz/Utrecht – In Deutschland und den Niederlanden kam es erneut zu Vorfällen rassistischer Gewalt. Vor einer neuen Asylbewerberunterkunft im ostdeutschen Chemnitz haben Rechtsextremisten Flüchtlingsunterstützer angegriffen und zwei von ihnen verletzt. Ebenfalls in der Nacht zum Samstag wurden bei einer benachbarten Kirchengemeinde, die Asylbewerber beherbergte, zudem die Scheiben eingeworfen. Dabei erlitt eine Frau Verletzungen.

20 Angreifer

Die Ermittler gehen in beiden Fällen von einem rassistischen Motiv aus. Der Angriff auf die Flüchtlingsunterstützer ging nach Polizeiangaben von einer Gruppe von bis zu 20 Personen aus. Außerdem wurde die Scheibe eines abgestellten Autos eingeschlagen. Ein 34 Jahre alter Mann wurde in Gewahrsam genommen. Bereits zuvor hatte es beim Bezug der Unterkunft am Freitagnachmittag fremdenfeindliche Proteste gegeben. Ein Teil der ankommenden Flüchtlinge war deshalb nach Angaben der "Dresdner Morgenpost" auf die Kirchengemeinde ausgewichen.

Utrecht: Vermummte griffen Notunterkunft an

Rund 20 Vermummte griffen eine Notunterkunft in Woerden an. Sie hätten in der Nacht auf Samstag schwere Feuerwerkskörper und Eier auf das Gebäude geworfen und versucht dort einzudringen, teilte ein Polizeisprecher in Utrecht mit. Es war der erste größere Übergriff dieser Art in den Niederlanden. Zehn Personen wurden nach Polizeiangaben festgenommen.

Vermummte griffen Boot vor Lesbos an

Fünf vermummte Männer sollen vier mit Flüchtlingen überfüllte Schlauchboote vor der Insel Lesbos attackiert haben. Sie hätten die Außenbordmotoren der Schlauchboote zerstört und seien anschließend mit ihrem Schnellboot verschwunden. Die Angreifer sollen griechische Rechtsextremisten gewesen sein.

Wie das Nachrichtenportal "lesvosnews.net" und andere Medien der Insel am Samstag weiter berichteten, trieben die Flüchtlingsboote mehrere Stunden lang führungslos im Meer zwischen der Türkei und der griechischen Insel Lesbos. Der Zwischenfall habe sich bereits am Freitag ereignet.

Alle Flüchtlinge seien wohlauf, die meisten seien von Fischern und anderen Helfern ins Schlepptau genommen und in Sicherheit gebracht worden. Auf Lesbos und anderen Inseln der Ostägäis sind in den vergangenen Monaten mehr als 400.000 Migranten aus der Türkei angekommen. In ihrer Mehrheit stammen sie aus Syrien und Afghanistan. (APA, 10.10.2015)

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