Salzburgs VSStÖ-Chef tritt nach Vorwürfen zurück

10. Oktober 2015, 12:49
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Designierter ÖH-Chef war offenbar Mitglied einer schlagenden Studentenverbindung in Deutschland

Salzburg – Turbulente Zeiten in der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) Salzburg: Der Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) hatte in der Vorwoche das Bündnis mit den Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) aufgekündigt. Jetzt hat der erste stellvertretende ÖH-Vorsitzende, VSStÖ-Chef Maximilian Wagner, nach Vorwürfen der GRAS, er sei ein Burschenschafter, seinen Rücktritt angekündigt.

Wie die "Salzburger Nachrichten" (SN) in ihrer Ausgabe von heute, Samstag, berichteten, habe die GRAS aufgedeckt, dass VSStÖ-Vorsitzender Wagner immer noch Mitglied eines schlagenden waffenstudentischen Corps in Deutschland sei. Wagner, der nach einem bereits fixierten Koalitionswechsel zur ÖVP-nahen Aktionsgemeinschaft (AG) ÖH-Chef hätte werden sollen, habe die Konsequenzen gezogen und angekündigt, von allen ÖH-Funktionen zurückzutreten – um einem Ausschlussverfahren durch den Bundes-VSStÖ zuvorzukommen.

"Keineswegs neu"

Der VSStÖ Salzburg spricht auf seiner Homepage von einer Diffamierungskampagne der GRAS gegen Wagner. "Was die GRAS ihm vorwirft, ist keineswegs neu, war der GRAS seit langem bekannt und hinderte sie nicht daran, ihn vor wenigen Monaten selbst zum ersten stellvertretenden Vorsitzenden der ÖH Salzburg zu wählen." Wagner habe sich seit Jahren in verschiedenen Studienvertretungen aktiv für alle Belange eingesetzt. "Wir verstehen den Schritt von Maximilian Wagner, sich künftig aus allen Funktionen in der ÖH Salzburg und dem VSStÖ Salzburg zurückzuziehen, möchten aber betonen, dass wir diesen Schritt menschlich sehr bedauern", hieß es.

Die GRAS wiederum war in der Vorwoche von dem Vorwurf der VSStÖ konfrontiert worden, die Grüne Vorsitzende der Hochschülerschaft (ÖH) habe sensible Daten an unbefugte Dritte weitergegeben. Sie soll Online-Passwörter für Konten der Hochschülerschaft nicht an ihre Stellvertreter, sondern an unbefugte Personen weitergegeben zu haben. Ein finanzieller Schaden sei dabei aber nicht entstanden. Die GRAS wies die Vorwürfe scharf zurück: "Es wurden keine sensible Daten an unbefugte Dritte weitergegeben", sagte GRAS-Sprecher Kay-Michael Dankl zur APA. "Dem VSStÖ geht es um den Vorsitz und dass sie in einer rot-schwarzen Koalition mehr Posten bekommen."

Der VSStÖ informierte auf seiner Homepage, dass es künftig eine Zusammenarbeit zwischen dem VSStÖ und der Aktionsgemeinschaft in der ÖH Salzburg geben wird. Einen "Rechtsruck", wie die GRAS dem VSStÖ vorgeworfen hatte, werde es nicht geben, wurde betont. (APA, 10.10.2015)

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