Wie in "Zurück in die Zukunft 2": 3D-Displays ohne Brille in den Startlöchern

9. Oktober 2015, 13:57
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Eine vor 26 Jahren für heute vorhergesagte Technologie hat mittlerweile Marktreife erlangt

Wien – Vor 26 Jahren zeichnete der Science-Fiction-Klassiker "Zurück in die Zukunft 2" (Originaltitel: "Back to the Future Part II") von Regisseur Robert Zemeckis ein aus damaliger Sicht vermutlich reichlich gewagtes Bild der Zukunft. Marty McFly, gespielt von Michael J. Fox, reist in dem Streifen mit einer in einem DeLorean verbauten Zeitmaschine, die Emmett "Doc" Brown (Christopher Lloyd) bereits im ersten Teil der Trilogie konstruiert hatte, aus dem Jahr 1985 in den 21. Oktober 2015.

Mittlerweile ist Martys Zukunft zur Gegenwart geworden, und so ganz daneben lagen die Macher des Filmes nicht bei ihren Prognosen, zumindest was einzelne Hightech-Gadgets betrifft: So hat der Film die in einigen Szenen gezeigten biometrischen Identifizierungssysteme, also Augen- und Fingerabdruckscanner, ziemlich gut getroffen. Auch die Videotelefonie hat ihre moderne Entsprechung, beispielsweise mit Skype.

Eines der prominentesten technischen Errungenschaften des Filmes scheint dagegen noch nicht reif für den Massenmarkt: Mit dem nötigen technischen Aufwand bzw. erheblichen Einschränkungen kann man zwar bereist auf einem Hoverboard umherschweben, wie die Unternehmen Lexus und Hendo gezeigt haben. Doch an die Vorlage aus "Zurück in die Zukunft 2" kommen diese Prototypen bei weitem nicht heran.

3D-Bildschirme ohne Brille

Anders sieht es dagegen bei einer Technologie aus, die in einer kurzen Sequenz des Films zu sehen ist: ein riesiges 3D-Display, aus dem ein Hai hervorzubrechen scheint. Den damit im Film beworbenen "Weißer Hai Teil 19" gibt es zwar nicht – glücklicherweise, muss man vermutlich sagen -, ein vergleichbares Großdisplay steht allerdings tatsächlich bereits in den Startlöchern: Die Technische Universität Wien und das Unternehmen TriLite Technologies präsentieren ein Bildschirm-Element, das mittels spezieller Mikrooptiken und beweglicher Mikrospiegel unterschiedliche Bilder in unterschiedliche Richtungen sendet. Dadurch wird eine große 3D-Anzeige ohne 3D-Brille möglich.

Einen ersten Prototyp entwickelte TriLite Technologies gemeinsam mit der TU Wien bereits vor einigen Monaten: Jedes einzelne 3D-Pixel (Trixel) des Bildschirms besteht aus einem Laser und einem beweglichen Spiegel. Der Spiegel lenkt die Lichtstrahlen immer wieder über das gesamte Sichtfeld, von ganz links bis ganz rechts. Währenddessen kann der Bildinhalt laufend verändert werden. Mit diesem Ansatz kann man dem linken Auge ein anderes Bild anzeigen als dem rechten, wodurch ein 3D-Effekt entsteht.

Technologie mit Marktreife

Nun wurde ein zweiter, deutlich leistungsfähigerer Prototyp vorgestellt. Im Gegensatz zur ersten Version handelt es sich nun um ein Farbdisplay, dafür mussten in jeden einzelnen Trixel drei verschiedenfarbige Laser für Rot, Grün und Blau eingebaut werden. Das Modul hat vorerst zwar nur 12x9 Trixel, man kann aber nach Belieben eine größere Zahl solcher Module zu einem großen Outdoor-Bildschirm zusammenfügen. "Die Software für die Steuerung der Module und die Anzeige von Filmen haben wir auch bereits entwickelt", sagt Jörg Reitterer vom Institut für Sensor- und Aktuatorsysteme der TU Wien. "Man kann einen handelsüblichen Datenträger eines 3D-Films einlegen und auf unserem Display abspielen."

"Die Basistechnologie wurde bereits 2011 erfunden. An der TU Wien wurde an drei Instituten unter anderem an der Steuerung der Trixel und an ihrer Verbindung untereinander gearbeitet. Die Technologie ist heute bereits marktreif und wir sind derzeit weltweit auf der Suche nach Partnern für die Massenproduktion." sagt Franz Fidler, Technischer Leiter von TriLite Technologies. (red, 9.10.2015)

  • Darstellungen wie diese sind mit der neuen 3D-Display-Technologie bereits möglich.
    illu.: trilite

    Darstellungen wie diese sind mit der neuen 3D-Display-Technologie bereits möglich.

  • Grundlage solcher Großbildschirme sind sogenannte Trixel.
    foto: trilite

    Grundlage solcher Großbildschirme sind sogenannte Trixel.

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